Metzingen Die Familie feiert ihre Realschule

Die Schüler der Schönbein-Realschule freuen sich gemeinsam mit Schulleiter Jürgen Grund, Konrektorin Maribel Martin Ramirez, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler, dem leitenden Schulamtsdirektor Roland Hocker, dem früheren Schulleiter Bernhard Mohr und dem früheren Konrektor Horst Lipp über das 50-jährige Bestehen der Schule.
Die Schüler der Schönbein-Realschule freuen sich gemeinsam mit Schulleiter Jürgen Grund, Konrektorin Maribel Martin Ramirez, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler, dem leitenden Schulamtsdirektor Roland Hocker, dem früheren Schulleiter Bernhard Mohr und dem früheren Konrektor Horst Lipp über das 50-jährige Bestehen der Schule. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 20.07.2018

Die Schönbein-Realschule hat ihren Betrieb in bewegten Zeiten aufgenommen: Während es den Amerikanern gelang, den ersten bemannten Flug zum Mond zu schicken, rüttelte die Jugend an den Fundamenten der Nachkriegsordnung, gesellschaftlicher Wandel lag in der Luft. Auch Metzingen wagte im politisch so bewegten Jahr 1968 den schulischen Aufbruch und richtete eine Realschule ein. Damit kam die Stadt einem schon lange gehegten Wunsch aus der Bürgerschaft nach und schuf eine der zentralen Säulen im städtischen Bildungswesen.

Ein halbes Jahrhundert später blicken Schüler, Lehrer, Eltern, Stadt und Schulamt mit Stolz auf die Entwicklung der Realschule zurück, die ihren Namen einem der berühmtesten Söhne der Kelternstadt verdankt, Christian Friedrich Schönbein. Auf den Geburtstag angestoßen worden ist am Donnerstag und Freitag. Gefeiert worden ist zunächst „im Kreise der Familie“, wie es Schulleiter Jürgen Grund am Donner­stagabend während des offiziellen Festaktes formulierte. Geladen waren dazu all jene, die den Alltag im Neugreuth prägen oder geprägt haben, wie die vielen ehemaligen Lehrer, die in der Aula Platz genommen hatten. Unter ihnen waren auch Bernhard Mohr, der von 1988 bis 2013 als Schulleiter Verantwortung trug, sowie Horst Lipp, der von 1968 bis zu seiner Pensionierung das Amt des Konrektors inne hatte.

Damit Schule funktioniert, bedarf es vieler Faktoren, betonte Jürgen Grund in seiner Begrüßung. Allen voran galt sein Gruß deshalb den Schülern und Eltern sowie den Lehrern, die „den schönsten Beruf ausüben, den eine Gesellschaft zu vergeben hat“. Sein Dank ging zudem an die Sekretärinnen, Hausmeister und das Reinigungspersonal, „die dafür sorgen, dass jeder Tag so reibungslos läuft und alles so sauber ist“. Großes Lob hatte Jürgen Grund außerdem für die beiden Schulträger parat: Die Schule wisse das Vertrauen und das Zutrauen, das die Verantwortlichen im Metzinger Rathaus gegenüber der Realschule zeigten, sehr zu schätzen. Ebenso sei das staatliche Schulamt ein zuverlässiger und kompetenter Partner.

Lob gab es indessen auch für Schulleiter Grund und zwar von der Elternbeiratsvorsitzenden Anke Reichenecker: „Was Jürgen Grund anpackt, das macht er mit vollem Einsatz und mit Leidenschaft.“ Sie führte gemeinsam mit Schülersprecherin Lorena Mazzei durch das facettenreiche Festaktprogramm, das nicht nur eine Zeitreise durch die vergangenen 50 Jahre beinhaltete, sondern auch Einblicke ins Leben von Christian Friedrich Schönbein gab, vorgetragen vom Vorsitzende des Arbeitskreises Stadtgeschichte, Rudolf Renz.

Begehrte Mitarbeiter

In die Schar der Gratulanten reihte sich am Donnerstag auch Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler ein. Obschon die Realschule ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel habe, sei sie jung und flexibel geblieben, betonte Fiedler. Etwas anderes bleibe ihr indessen in diesen politisch bewegten Zeiten gar nicht übrig, konstatierte der OB. Schließlich gelte es, auf viele Veränderungen zu reagieren. Neue Schulformen entstünden, zudem sei die Schülerschaft deutlich heterogener als noch vor einem halben Jahrhundert. Realschul-Absolventen seien gleichwohl höchst begehrte Mitarbeiter, sowohl im Handwerk als auch in großen Industriebetrieben. Die Schüler, so Fiedler, sollen für ihren Start in ein erfolgreiches Berufsleben das bestmögliche Handwerkszeug erhalten, dafür leiste auch die Stadt ihren Anteil: „Bildungspolitik hat bei uns in Metzingen oberste Priorität. Ich bin froh, dass es hier einen Konsens gibt.“

Um optimalen Unterricht zu gewährleisten, lasse die Stadt noch in diesem Jahr den Physikraum an der Schule sanieren, 2019 folgt der Biologiesaal. Ebenso werde momentan an einem Konzept gearbeitet, wie Realschule und Neugreuthschule auf dem gemeinsamen Campus aufgestellt werden können: „Wir sind darüber in einem dauernden und zum Teil kontroversen Dialog.“

400 Lehrer haben im vergangenen halben Jahrhundert an der Realschule gewirkt, und mehr als 5000 junge Menschen erwarben dort in dieser Zeit die Mittlere Reife. Die Absolventen, sagt der OB, „haben das Zusammenleben in der Stadt wesentlich geprägt und sind ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft geworden“.

Der leitende Schulamtsdirektor Roland Hocker  betonte in seinem Grußwort, die Realschule sei bestens aufgestellt und dynamisch geblieben. Heute müssten die Realschulen freilich deutlich mehr leisten als noch vor 50 Jahren. Zumal Schüler nun auch die Möglichkeit hätten, dort einen Hauptschulabschluss abzulegen: „Diese Herausforderungen haben Sie bestens bewältigt.“

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