„Eltern“ haben die „Theaterfreaks“, das sind schauspielfreudige Schüler der Unterstufen-Theater-AG am Metzinger Dietrich Bonhoeffer Gymnasium, ihr neues selbstverfasstes Stück genannt und mit Erfolg am Montag in der neuen Aula aufgeführt.  Dabei ging es heiß her, nicht nur von den fast unzumutbaren Temperaturen im Raum selbst. „Gestern war es noch heißer bei den Proben, aber wir haben es alle überlebt“, nahm Regisseurin und Lehrerin Jutta Böske-Schejter die Hitze mit Humor. Aber die „Theaterfreaks“ sind ja sehr kreativ und hatten drei Karten für jeden Besucher vorbereitet, die als Fächer benutzt werden konnten. Gedacht waren sie allerdings dafür, mit verschiedenen Farben für Ja, Nein oder „Keine Ahnung“ Fragen zu beantworten nach dem eigenen Lernverhalten und Leben oder Gedanken über die Kinder.

 Die „Theaterfreaks hatten nicht etwa eine Geschichte erfunden, sondern eine Collage aus realistischen Szenen über Schul- und Familienalltag erstellt. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären natürlich rein zufällig gewesen, denn Personen und Ideen wurden absichtlich vertauscht, um keine Rückschlüsse zu ziehen.

 Wenn Lena zu Beginn Eltern als „Spaßbremse“ bezeichnete oder Melina sie „peinlich“, Ben1 sie „wichtig“ und Ben2 sie „bescheuert“ fand, sind diese Aussprüche ihnen und ihren Eltern nicht direkt zuzuordnen. Die Theaterfreaks deckten auf, dass die Logik der Eltern aus Kindersicht nicht immer ganz nachvollziehbar ist, denn wenn Eltern früher mal Schule geschwänzt haben, warum dürfen es dann die Kinder nicht?

 Viele Ideen waren szenisch aufbereitet, in den die „Theaterfreaks“ mehr als ein Lied davon singen konnten, was an Eltern nervt, wenn sie Schokolade verbieten und auf „Zähne putzen“ bestehen, aus ihrem Kind ein Genie machen möchten oder unaufgeräumte Zimmer gar nicht lustig finden. Aber es kam auch die Einsicht, dass nicht nur die Eltern nerven sondern auch von den Kindern ganz schön strapaziert werden. Impulse zum Nachdenken gab es viele, denn Themen wie Vernachlässigung ohne böse Absicht wurden angesprochen, genauso wie Freude darüber, dass es Eltern gibt.