Bahnhof Die Deutsche Bahn ist am Zug

Von Barrierefreiheit keine Spur: Der Übergang am Metzinger Bahnhof von Gleis 1 zu 2 ist abgebaut und eine neue Lösung auf Schnelle nicht in Sicht.  Foto: Thomas Kiehl
Von Barrierefreiheit keine Spur: Der Übergang am Metzinger Bahnhof von Gleis 1 zu 2 ist abgebaut und eine neue Lösung auf Schnelle nicht in Sicht. Foto: Thomas Kiehl © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / ANJA WEISS 28.10.2016
Der barrierefreie Bahnübergang in Metzingen wird wohl noch länger auf sich warten lassen. Mindestens drei Jahre könnten für eine Lösung vergehen, die dennoch nur ein Provisorium wäre.

Für viel Unmut sorgen Bauarbeiten  der Bahn in Metzingen. Im Zuge der Gleissanierungen wurde der Übergang zwischen Gleis 2 und 3 abgeschafft (wir haben berichtet). Bei diesem habe es sich nur um einen Karrenüberweg gehandelt, aus Sicherheitsgründen sei die Aufrechterhaltung nicht zu genehmigen, so die Erklärung. Die Folge: Menschen mit Gehbehinderung, mit Kinderwagen, mit viel Gepäck oder im Rollstuhl haben momentan ein echtes Problem, wenn sie an Gleis 2 ankommen oder dorthin wollen.

Nur durch Zufall davon erfahren

Wie es denn nun weitergehe, fragte darum Gemeinderat Eckart Ruopp (CDU) in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Die ernüchternde Antwort von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler: „Das Problem kann nur die Bahn lösen.“ Und danach schaut es im Moment nicht aus. Nur durch Zufall habe die Stadt davon erfahren, dass der Überweg entfalle. Bei 2,6 Millionen Fahrgästen im Jahr ist es auch nicht zulässig, dass er wieder neu gebaut wird. Sofort hat sich die Stadt daraufhin mit der Deutschen Bahn in Verbindung gesetzt, unterstützt wurde sie mit ihrem Anliegen von Landrat Thomas Reumann und dem Bundestagsabgeordneten Michael Donth. Mit einem Verantwortlichen der Bahn habe man sich dann getroffen, allerdings, „ohne mit einer kurzfristigen Lösung voranzukommen“, so Fiedler. Die Schuld daran liege nicht an Metzingen. „Wir haben jegliche Hilfe zugesagt“, betont Fiedler, man würde sich sogar an den Planungs- und Personalkosten beteiligen. Die Vorplanungen laufen auch, betonte Fiedler, aber schnell umgesetzt werden kann keine der angedachten Varianten.

Da gibt es zum einen die Möglichkeit, einen Aufzug zu installieren. Dies ist auf Dauer nicht zulässig, weil die Bahnsteige zu schmal sind.  Doch selbst auf diese provisorische Lösung müsste man mindestens drei Jahre warten. Für die große, dauerhafte Lösung würden mindestens sechs Jahre ins Land ziehen. Dafür muss der Umbau des Bahnhofs nämlich zuerst einmal in den nächsten Zehn-Jahres-Plan der Bahn aufgenommen werden und der startet 2019. Für diese Lösung rechnet man mit Kosten in der Nähe eines zweistelligen Millionenbetrags, denn Gleise und Oberleitungen müssen verlegt, der komplette Bahnhof umgebaut werden. Mit diesen Auskünften freilich  ist die Stadt alles andere als glücklich. Zwar könne er verstehen, so Fiedler,  dass die Bahn diese Investitionen gut überlegen will, aber: „Wir fordern nach wie vor eine kurzfristige Lösung“, machte er deutlich. Nun ist die Deutsche Bahn am Zug.

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