Dettingen Die Bauarbeiten liegen im Plan

Die Schüler werden aufs Richtfest eingestimmt und bekommen vieles über die 600 Jahre alte Tradition erzählt.
Die Schüler werden aufs Richtfest eingestimmt und bekommen vieles über die 600 Jahre alte Tradition erzählt. © Foto: Kirsten Oechsner
Dettingen / Kirsten Oechsner 04.10.2018

Was für ein Start ins verlängerte Wochenende: Statt in einem Klassenzimmer auf die Tafel zu starren, blickten die Schiller- und Uhlandschüler im Freien auf einem festlich geschmückten Baum auf dem Dach des neuen Schulgebäudes. Und leise mussten sie auch nicht sein, im Gegenteil: „Hoch, hoch, hoch“ erklang es aus mehreren hundert Kehlen als Zimmermannmeister Lothar Lieb am Dienstag seinen Richtspruch sprach – die nächste Etappe der Sanierung und des Neubaus der Schillerschule ist mit dem Richtfest geschafft.

Der Schulalltag hatte Pause, das Ereignis war wichtig genug: Der Rohbau des künftigen Klassenzimmertrakts mit einem umbauten Raum von 18 000 Kubikmetern und des Mensatrakts – er umfasst 3600 Kubikmeter – sind fertig.

Über den Winter werden die Fenster eingesetzt und das Gebäude verputzt, im Frühjahr beginnt dann der Innenausbau. Zwar hielten sich die Holzarbeiten insgesamt in Grenzen, doch auf die Tradition des Richtfestes wollte die Gemeinde als Bauherr nicht verzichten – weil’s zu einem Neubau einfach dazu gehört. Und um den Kindern so eine noch engere Beziehung zu der „neuen alten“ Schule zu ermöglichen: „Was hier entsteht, wird künftig eure Schule sein“, machte Bürgermeister Michael Hiller deutlich. Sie werde so gebaut und gestaltet, dass darin hervorragende Bedingungen fürs Lernen und für die Vermittlung von Wissen herrschen: „Ihr sollt einmal sagen können, ich komme aus der Schillerschule und bin der Beste.“

 Fünf Monate nach dem ebenfalls in großer Runde gefeierten Spatenstich jubelten die rund 530 Schillerschüler sowie die knapp über 100 Jungen und Mädchen aus der Uhlandschule – sie werden künftig alle im neuen Schulgebäude unterrichtet – dem launigen Richtspruch von Lothar Lieb zu: „Die neue Schule solle Ansporn zu neuem Fleiße sein,“ hieß es da. Und: „Bald wird euer Lachen durch die Flure hallen und ab und zu eine Türe knallen“, meinte er weiter. Und mit Blick auf den künftigen Speiseraum gab’s für die Schüler auch noch einen Spruch mit auf den Weg: „Zu Mittag geht’s in die Mensa, da gibt’s sicher auch einmal ‚Lensa‘.“ Danach ließ Lieb nach rund 600 Jahre alter Handwerkssitte ein Glas in die Tiefe fallen. Wenn es zerbricht, bringt’s Glück – es war zerschellt.

 Seit einem Jahr findet der Unterricht in zum Teil provisorischen Klassenzimmern statt, ist viel Geduld bei Schülern und Lehrern erforderlich: „Zur Zeit findet der Unterricht in den beiden alten Schulgebäuden statt und jeder Raum, der auch noch so klein ist, wird genutzt“, machte Schulleiter Stefan Hertl deutlich. „Mehr geht im Augenblick nicht.“

Mit Beginn des Schuljahres 2019/20 soll das neue Schulgebäude dann bezugsfertig sein, der Umzug ist für die Sommerferien geplant: „Eure neue Schule wird in einem Jahr fertig sein“, sicherte Thorismuth Gaiser vom Büro Riehle und Assoziierte zu. Das neue Gebäude besteht aus zwei ineinander übergehenden Quadraten mit einem Treppenhaus in unterschiedlicher Höhe, dort werden sich Verwaltung und Unterrichtsräume befinden. Herzstück der neuen Schillerschule wird der transparente Mensatrakt sein, der als verbindendes Element zwischen allen Gebäudeteilen fungiert: „Die Mensa wird von allen Seiten zugänglich sein“, so der Architekt. Nach dem Bezug des neuen Schulgebäudes geht es dann mit der Sanierung des Viertelkreis-Taktes weiter, unter anderem wird eine neue Lehrküche eingebaut. 2020 sollen dann alle Bauarbeiten beendet sein: „Dann sind wir durch“, ist Gaiser sicher. Und auch in Bezug auf die Baukosten von 18,2 Millionen Euro erwartet er keine Veränderungen mehr: „Da bleibt es dabei.“

Wenn in den nächsten Sommerferien der Umzug ins neue Gebäude vollzogen ist, wird sich nicht nur räumlich vieles für die Schüler ändern. Noch spricht jeder von der Schillerschule, doch der Neustart wird verbunden sein mit einer Änderung des Namens – der wird noch gesucht.

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