Vordere Alb Die Albstrolche sind jetzt unterwegs

Fünf kleine Albstrolche und ihre Erzieherinnen sind derzeit dabei, es sich in ihrem neuen Waldkindergarten gemütlich zu machen.
Fünf kleine Albstrolche und ihre Erzieherinnen sind derzeit dabei, es sich in ihrem neuen Waldkindergarten gemütlich zu machen. © Foto: Michael Koch
Michael Koch 04.09.2018

Naturnah ist er, trotzdem hübsch anzusehen und mit einem nagelneuen Tiny-Haus beinahe sogar schon komfortabel. Der erste interkommunale Waldkindergarten des Landes, den die Kommunen Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler gestern in Betrieb  genommen haben, kann sich jedenfalls sehen lasen.

Zunächst fünf Kinder und drei Erzieherinnen haben auf einem Grundstück unweit des Burrenhofes mit der „Waldarbeit“ begonnen, im Oktober kommen weitere zwei, im November dann noch ein Kind. Insgesamt stehen aber 20 Plätze zur Verfügung, sodass sich interessierte Eltern durchaus noch melden können.

Vor Ort findet man ein ideales, gepachtetes Grundstück auf Hülbener Gemarkung vor, das von den Bauhofmitarbeitern der beteiligten Kommunen, einigen Eltern und sogar von Jugendlichen des Grabenstetter Bauwagens kindgerecht aufgearbeitet worden ist. Zentrale des Grundstücks ist ein rund 50 000 Euro teures Tiny-Haus, das mit einem herkömmlichen Bauwagen als Unterschlupf vor großer Kälte nicht mehr viel gemeinsam hat. „Etwas anderes wird heutzutage gar nicht mehr genehmigt“, sagte Hülbens Bürgermeister Siegmund Ganser, die Auflagen etwa in Sachen Hygiene und Brandschutz seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Das Tiny-Haus ist mit Schafwolle gedämmt, hat nach außen öffnende Fenster, damit im Innern kein Platz verloren geht, besitzt zwei kleine zurzeit als Stauraum genutzte Emporen und bekommt zum Winter hin noch einen Ofen – auch ohne Strom und Wasser ein Waldkindergarten de luxe oder, wie Bürgermeister Ganser es nennt, „wir haben hier nicht gekleckert, sondern geklotzt. Aber wie gesagt, andere Standards werden heute nicht mehr genehmigt.“

Die Idee zu einem interkommunalen Waldkindergarten bestand schon einige Zeit, als eine Elterninitiative im vergangenen Jahr nun ein Konzept und einen Standortvorschlag unterbreitete, ging es mit der Umsetzung jetzt ungewöhnlich schnell. Unter dem Vorsitz von Jochen Dümmel hat sich in diesem Frühjahr ein Förderverein gegründet, der nun bei der Umsetzung ordentlich mit angepackt hat. Die Trägerschaft für die Einrichtung liegt allerdings bei den Kommunen, die ihre Kooperationsbedingungen vertraglich geregelt haben. „Eine Trägerschaft durch den Verein halte ich nicht für zukunftsfähig, weil die Mitglieder ja häufig wechseln, wenn die Kinder nicht mehr in der Einrichtung sind“, erklärte Dümmel.

Durch den Förderverein war auch das pädagogische Grundgerüst gesetzt worden, das nun von den Erzieherinnen Petra Staiger, Nadine Arnold und Sarah Kompitsch verfeinert und umgesetzt wird. „Wir wollen unseren Kinder die Natur nahe bringen, damit sie den Umgang mit den natürlichen Ressourcen lernen. Nur was man kennt, wird man später auch schützen können“, sagte Dümmel.

Auch wenn in der Natur schon viele Spielmöglichkeiten gegeben sind, außerdem Spielgeräte wie eine Schaukel oder ein Thron schon hergestellt wurden, so wird sich die Einrichtung erst mit der Zeit weiterentwickeln. Man wolle zum Beispiel einen eigenen Garten anlegen oder eigene Kunstobjekte gestalten, blickt Petra Staiger voraus. Betreut werden übrigens Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren, täglich in der Zeit von 8 bis 14 Uhr. Die Kindergartengebühren entsprechen den Sätzen für die anderen Betreuungseinrichtungen der drei Kommunen.

Info Die Albstrolche laden am Sonntag, 21. Oktober, zum Tag der offenen Tür ein. Jeder kann sich dann über die Einrichtung und die Arbeit dort informieren. Parkmöglichkeiten bestehen am Burrenhof, eine Zufahrt bis zum Waldkindergarten ist nicht gestattet.

20

Kinder können bei den Albstrolchen betreut werden. Insgesamt liegen bis dato acht Anmeldungen vor. Wer Interesse hat, sollte sich ans Rathaus in Hülben wenden.

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