Metzingen / swp  Uhr

Die sechstägige Begegnung im Mai stand unter dem Thema „Wege zur Erinnerung“ und brachte beiden Schülergruppen die schwierige und belastete deutsch-polnische Vergangenheit näher. Das Programm, organisiert von einer polnischen Kollegin und einer Lehrerin des DBG, war vielfältig und intensiv. In der Jugendbegegnungsstätte Auschwitz wurden an einem Vormittag  in gemeinsamen Workshops Präsentationen erarbeitet und vorgestellt, das Konzentrations-und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurde ebenso besucht wie Schindlers Fabrik, das jüdische Ghetto sowie im Osten Krakaus das jüdische Viertel Kazimierz mit seinen Synagogen und dem jüdischen Friedhof.  In Auschwitz und Kazimierz gedachten beide Gruppen in einer Zeremonie mit Blumenniederlegung der Opfer von Terror und Gewaltherrschaft. Auf dem Programm standen auch eine Stadtrallye sowie eine ganztägige Stadtführung durch die geschichtsträchtige ehemalige polnische Hauptstadt. Besucht wurde auch das Salzbergwerk  Wieliczka, das zum Weltkulturerbe zählt, sowie der Wintersportort Zakopane, von dem aus mit der Gondel auf den Berg Kasprowy Wierch inder Tatra gefahren wurde.

Zum kulturellen Programm zählten für manche auch der Besuch eines Kammerkonzertes in der ältesten Kirche Krakaus sowie der gemeinsame Besuch eines Gottesdienstes in der   Marienkirche. Selbstverständlich lernten alle Schüler während des Aufenthaltes auch traditionsreiche polnische Gerichte kennen: Bigos, Pierogi, Golabki, Zupa pomidorowa, Zupa ogórkowa, Zapiekanki, um nur einige zu nennen.

Neben dem Blick auf das Vergangene informierten sich die 17-jährigen Schüler auch über das Heute und stellten an den Abenden in der gemeinsamen Unterkunft jeweils ihr Land, ihre Region, Kultur und Schule vor. Aber auch der gemeinsame Spaß „auf eigene Faust“ durfte nicht fehlen. Vom zentral gelegenen Hostel konnten die Schüler bis in die Nacht hinein das bunte gesellschaftliche Leben einer sehr belebten Universitätsstadtmit etwa 200 000 Studenten auf ihre Weise genießen.

Diese polnisch-deutsche Schülerbegegnung war rundum gelungen und ist ein Beitrag für ein besseres Verständnis des jeweiligen Nachbarn. Die jungen deutschen und polnischen Schüler diskutierten durchaus kontrovers, etwa die jeweilige Asylpolitik.

Obwohl die polnischen Schüler etwas Deutsch sprachen, war die Verkehrssprache das Englische. Nach sechs gemeinsamen Tagen gab es beim Abschied vereinzelt Tränen und den großen Wunsch auf beiden Seiten nach einer Fortsetzung dieser deutsch-polnischen Begegnung, die subventioniert wurde vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, der Kirchengemeinde der St. Bonifatius Metzingen und der Kreissparkasse Reutlingen.

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Schüler des Metzinger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) haben sich in Krakau mit 18 ponischen Schülern zur ersten Begegnung dieser Art des DBG getroffen.