1962 wurde der Fischereiverein von 18 engagierten Ermstälern gegründet, heute gehören dem Verein mehr als 200 aktive Fischer, 25 der Jugendgruppe und rund 60 passive Mitglieder an. Nur wenige Jahre später wurde die Saison mit einem Königsfischen eingeleitet, stets am Himmelfahrtstag, immer am Stausee bei Glems. Die schwersten Fänge wurden mit einer besonderen Würde belohnt: für die Erwachsenen mit der eines Königs, bei der Jugend mit der eines Prinzen. Nicht immer konnte man die Waage mehrfach einsetzen, einmal, erinnerte sich ein Angler, habe man überhaupt nichts gefangen.

33 Angler hatte sich am Donnerstag für das Königsfischen angemeldet, darunter sechs Jugendliche, die zwischen 8 und 13 Uhr am Stausee ihre Angeln ausgeworfen hatten und darauf warteten, dass ihnen ein Fisch an den Haken ging. Derweil luden auf dem Platz am Pumpspeicherwerk Tische und Bänke zum Platznehmen ein, wurden Schnitzel, Rote und Forellen auf den Rost gelegt, fanden sich immer mehr Gäste des Vereins ein.

Bei den Anglern am Uferrand ging es ruhig zu, man hatte die Angel im Blick, ein Piepton signalisierte den möglichen Biss am Haken, doch nicht immer hing daran auch ein Fisch. Man konnte die Ruhe in der Natur genießen, auch mal ein Fachschwätzchen mit einem Nachbarn machen. Das Königsfischen ist ein Wettbewerb der Ruhe, kein lautstarker Erfolgsruf ertönt dabei, kein Beifall stört, es geht auch nicht um die Masse gefangener Fische, sondern um den schwersten Fang.

Gegen 13 Uhr hatten Wolfgang Vöhringer, Erster Vorsitzender des Vereins, mit der Teilnehmerliste und Jochen Bluhm mit der Waage am Tisch Platz genommen, auf dem die beiden Ehrenketten für König und Prinz bereit lagen. So nach und nach kamen die Angler heran, schon von weitem suchte man zu erspähen, ob sie nur ihre Angelausrüstung oder auch einen Beutel bei sich hatten. Bereits der erste Fisch, der auf die Waage kam, war ein Spiegelkarpfen mit einem stattlichen Gewicht von 1950 Gramm. Das setzte Maßstäbe und weckte Erwartungen. Das Gesamtergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Sieben Spiegelkarpfen, sechs Rotfedern und ein kleiner Barsch waren den Teilnehmern an die Angeln gegangen - und das in einer begrenzten Zeit von fünf Stunden. Der erste Spiegelkarpfen, der auf die Waage gekommen war, erwies sich dann auch als der schwerste. Wolfgang Vöhringer konnte Vasili Steinhauer damit die Königskette umhängen. Auf den nächsten Plätzen folgten ebenfalls mit Spiegelkarpfen Timo Müller mit 1597 Gramm und Uwe Schur mit 1525 Gramm. Bei den Jugendlichen wurde Mike Wachter mit einem Karpfengewicht von 1105 Gramm mit der Prinzenkette bedacht, ihm folgten Jasmin mit einem Rotfedergewicht von 200 Gramm und Joschka Petersmarck mit einem Barsch von 65 Gramm.

Wer am Stausee in Glems, an den Florianseen, am Stettertbachsee, am Baggersee Koch in Ristissen, an Abschnitten des Neckars bei Neckartailfingen und an der Erms von Urach bis Bempflingen vorbei kommt, der kann dort auch auf Mitglieder des Fischereivereins treffen. Doch nicht nur das Angeln beschäftigt dessen Mitglieder. Bald wird der Stausee abgelassen, da müssen die Fische umgesetzt werden. Und auch sonst sind die Fischer aktiv, schließlich tragen sie dazu bei, dass die Gewässerqualität verbessert wird, dass ein Stück Natur bewahrt wird - nicht nur zu ihrer, sondern zu aller Nutzen und Freude.