Grabenstetten / Michael Koch

Das vermeintlich kleine Grabenstetten mit seinen knapp 1700 Einwohnern wächst in diesem Jahr in ungeahnte Dimensionen, zumindest was die Höhe des Haushalts der Gemeinde angeht. 9,12 Millionen Euro hat Kämmerin Carina Maldoner im Jahr 2019 zu verwalten. Damit bewegt sich Grabenstetten fast auf Augenhöhe mit dem benachbarten Hülben mit seinen annähernd 3000 Einwohnern.

Woran liegt’s? „Der Vermögenshaushalt ist erstmals in meiner Zeit als Kämmerin größer als der Verwaltungshaushalt“, sagt Carina Maldoner. Und dies wiederum liegt am Wiederaufbau der Rulamanschule, für den ein Millionenbetrag eingeplant ist. Insgesamt sind im laufenden Kalenderjahr für die Schule Investitionen von 3,5 Millionen Euro vorgesehen.

350 000 Euro fließen in die Erschließung „Im Hof“ sowie in Maßnahmen zur Ortskernsanierung, weitere 350 000 Euro sind für Kanal- und Straßensanierung vorgesehen. Weitere 60 000 Euro stellte Grabenstetten für den Keltern-Erlebnispfad zur Verfügung, weitere 180 000 Euro fließen in die Abwasserbeseitigung. Knapp 100 000 Euro werden für ein neues Löschfahrzeug der Feuerwehr bereitgestellt und knapp 50 000 Euro kosten Brandschutzmaßnahmen in der Falkensteinhalle. Damit gibt die Gemeinde in Summe mehr als 4,8 Millionen Euro aus.

Sie tut dies sogar, ohne neue Schulden aufzunehmen. Der Fehlbetrag zwischen Einnahmen- und Ausgabenseite kann in diesem Jahr noch durch einen kräftigen Griff in die Rücklagen ausgeglichen werden. Mehr als eine Million Euro holt Grabenstetten von seinem Festgeldkonto, wo dann lediglich noch 327 000 Euro verbleiben.

Rein rechnerisch funktioniert das nur ein Mal, weswegen ab 2020 wieder mit neuen Schulden in Höhe von 432 000 Euro gerechnet wird. Dann fließen nämlich nochmals 1,5 Millionen in die Fertigstellung der Schule, mehr als eine Million in die Sanierung von Straßen und Kanälen, knapp 300 000 Euro in das neue Feuerwehrfahrzeug und weitere 264 000 Euro in die Sammelkläranlage Oberlenningen.

„Langfristig ist für die Gemeinde Grabenstetten keine Verbesserung der Einnahmesituation in Sicht“, schließt Carina Maldoner ihre Ausführungen. Es geht der Gemeinde nicht schlecht, der Spielraum für Investitionen wird aber enger.