Metzingen Der Schaffige beim Bürgergespräch

© Foto: Peter Kiedaisch
PETER KIEDAISCH 05.03.2015
Im Vorfeld der Jägerdemo am Mittwoch vor dem Stuttgarter Landtag hatte Minister Alexander Bonde die Waidmänner noch kritisiert. Beim Bürgergespräch in der Stadthalle herrschte Friede.

Mittags waren sie noch in Stuttgart vor dem Landtag, abends bliesen sieben Jäger aus der Region, angeführt von Frank Simon, Leiter des Hegeringes Bad Urach, vor der Metzinger Stadthalle in ihre mitgebrachten Jagdhörner: Zur Begrüßung für Alexander Bonde, den Minister für Ländlichen Raum, der die Jägerdemo in Stuttgart zuvor kritisiert hatte. Der Gleichklang der Waidmännischen Hörner glitt auch im Foyer nicht in Disharmonie ab, wiewohl Frank Simon den Bürgerempfang des Ministers durchaus für kritische Nachfragen nutzte. „Möglicherweise“, räumt Simon im Nachgang des Abends ein, „war es für die anderen langweilig.“ Die anderen, das waren jene 35 Personen, die ihre Freizeit nicht auf der Pirsch verbringen, aber ihrerseits einige Fragen an Alexander Bonde hatten.

Etwa Metzingens Oberbürgermeister, Dr. Ulrich Fiedler, der den ministerialen Besuch nutzte, um gezielt die Fördermöglichkeiten im Bereich Kinderbetreuung und Asylantenunterbringung abzuklopfen. Der Nationalpark Schwarzwald indes sorgt bei einer Fragestellerin für aufgestellte Nackenhaare, wie sie gegenüber Bonde kundtat. Der Kosten wegen. Und dass der Hotelier, Gastronom und ehemalige Dehoga-Präsident Peter Schmid an jenem Abend Applaus erhielt, lag an seiner Replik auf eine Aussage, wonach es zu wenige Mountainbike-Strecken im Land gäbe: Er zeige das tolle Wegenetz für Radfahrer auf der Schwäbischen Alb gerne jedem, der sich dafür interessiere. Man möge doch nicht alles auf die Politik abwälzen, so sein Resümee. Dass sich Peter Schmid unter die Grünen begeben hat, sei nicht ungewöhnlich, sagt er: Als Schmeck-den-Süden-Wirt lebte er schon immer die Regionalität vor und bevorzugte stets heimische Produkte. Auch die neue Vorsitzende des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen Dettingen – Bad Urach – Vordere Alb, Kerstin Lamparter, nutzte die Gelegenheit „sich mit dem Alex“ zu unterhalten. Seit kurzem ist sie auch Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Grünen für Ländlichen Raum, Ernährung und Landwirtschaft und hatte als solche die Frage Bondes zu beantworten, wie denn das Treffen war. Zusammengefasst lautete ihre Antwort „gut“, indessen wäre sie keine Sprecherin, würde sie diesen Sachverhalt nicht deutlich wortreicher ausgeführt haben. Die Moderation des Abends hatte Cindy Holmberg, der Landtagsabgeordnete Thomas Poreski sprach ebenfalls einführende Worte, in denen er seinen Parteifreund Alex als „einen unseren schaffigsten Minister“ bezeichnete.