Metzingen Der Mensch steht im Mittelpunkt

Der gute Zweck steht im Vordergrund, aber es schmeckt auch. Foto: Privat
Der gute Zweck steht im Vordergrund, aber es schmeckt auch. Foto: Privat
Metzingen / SWP 24.09.2012
Zum Maultaschenessen im Bonifatiussaal am Sonntag lädt die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ein. Seit 55 Jahren ist sie Partner für Menschen mit Krankheiten, die der Armut zuzuschreiben sind.

Seit 55 Jahren engagiert sich die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe für Menschen, die an Krankheiten der Armut leiden. Am Anfang war es ausschließlich ein Einsatz gegen die Lepra, da damals noch mehr als zwei Millionen Menschen an dieser Krankheit und ihren Folgen litten. Das immer stärkere Auftreten der Tuberkulose erforderte eine Erweiterung des Engagements der DAHW. Letztlich wurden auch andere "vernachlässigte" Krankheiten der Armut, wie Buruli Ulcer ins Visier genommen. Immer war dabei die Arbeit für Menschen, die an Behinderungen als Folge dieser Krankheiten leiden, ein Schwerpunkt ihres Einsatzes. Daher wurde dies auch ausdrücklich in das 2010 veröffentlichte Leitbild der DAHW aufgenommen.

Gleich zu Beginn des Jahres 2011 hat eine Zukunfts- und Strategiekonferenz die Weichen für die künftige Arbeit der DAHW gestellt. Vorstand und weitere ehrenamtliche Mitglieder des Vereins, Repräsentanten aus den Projektländern, die Geschäftsführung und zahlreiche hauptamtliche Mitarbeiter haben ihre Erfahrungen dabei eingebracht. Bekräftigt hat die DAHW ihr andauerndes Engagement im Kampf gegen die Lepra. Auch wenn die Krankheit von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen unter den "zu vernachlässigenden Krankheiten" eingeordnet wurde, bedeutet dies nicht, dass dieses Problem beseitigt ist. Immer noch wird jedes Jahr bei mehr als 200 000 Menschen eine Lepraerkrankung diagnostiziert - Menschen, die die DAHW nicht allein lassen darf und denen durch das in mehr als 55 Jahren erworbene Fachwissen sowie die enorme praktische Erfahrung entscheidend geholfen werden kann. Lepraarbeit war von Beginn an auch Arbeit für Menschen mit Behinderung, weil die Krankheit Ursache für Deformationen, Amputationen und daraus resultierende Beschwernisse ist. Seit ihrem Bestehen sorgt die DAHW auch für diese Menschen, die rein medizinisch längst von Lepra geheilt sind, aber an den Spät- und Dauerfolgen der Krankheit leiden.

Wichtig für die DAHW ist die Rehabilitation im gewohnten Umfeld der Gemeinde, basierend auf dem Gedanken der Inklusion: Kein Mensch darf benachteiligt werden, nur weil er an einer Behinderung leidet. Diskriminierungen, wie sie beispielsweise bei der Suche nach Arbeit immer wieder vorkommen, müssen gemeinsam bekämpft werden. Die Aktion Lepra der Kolpingsfamilie Metzingen, die am kommenden Sonntag im Bonifatiussaal wieder ein Maultaschenessen anbietet, arbeitet genau in diesem Sinne seit über 40 Jahren mit der DAHW zusammen und unterstützt zurzeit zwei Projekte in Brasilien, zu welchen über die DAHW direkter Kontakt besteht. Ab 11 Uhr werden im Bonifatiussaal und auch über die Straße hausgemachte, schwäbische Maultaschen in der Brühe und mit Salatteller angeboten. Ein parallel im Foyer der Saales angebotener Kuchenverkauf, für welchen Kuchenspenden erbeten und unter Telefon: (0 71 23) 4 23 72 angemeldet werden können rundet zusammen mit dem Verkauf von fairgehandeltem Kaffee aus dem Hochland Mexikos, hausgemachtem Quittengelee und Maultaschenverreißerle das Angebot ab. Viele ehrenamtliche Helfer bereiten am Samstag zuvor, 29. September, in zwei Schichten, von 9 bis 12 und 12 bis 15 Uhr die Maultaschen im Bonifatiussaal zu, damit sie dann am Sonntag, 30. September, ab 11 Uhr für den guten Zweck verkauft werden können. Wer Lust und Zeit hat, sowohl am Samstag und/oder am Sonntag dabei mitzuhelfen, ist eingeladen und wird gebeten, sich umgehend unter Telefon: (0 71 23) 3 18 71 anzumelden.

Dazu sind Spendenkonten eingerichtet: Aktion Lepra Metzingen, Volksbank Metzingen-Bad Urach: Konto-Nummer 254 700 004, BLZ 640 912 00. Kreissparkasse Metzingen: Konto-Nummer 942 522, BLZ 640 500 00.

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