Metzingen Der falsche Papagei und sein Schweigen

Herbert und Anne Riedlinger sowie Joachim Altenhof (von links) freuen sich über ihren Schützling.
Herbert und Anne Riedlinger sowie Joachim Altenhof (von links) freuen sich über ihren Schützling. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Von Peter Kiedaisch 08.08.2018

Ach, wie Tiere Menschen zusammenbringen können. Es ist ja nicht so, dass Joachim Altenhof mit seinen Nachbarn Anne und Herbert Riedlinger keinen Kontakt pflegen möchte, aber seit ein paar Tagen unterhalten sie sich noch mehr als vorher. Sie sitzen zu dritt bei einem Gläschen Wein in Riedlingers idyllischer Gartenlaube, die auf einer Seite begrenzt wird von einem alten Schuppen: „Der hat Bestandsschutz“, sagt Herbert Riedlinger, der im Kreise der Familie und seiner Freunde eigentlich nur auf den Namen Fips hört. Das mit dem Bestandsschutz ist wichtig, denn Verordnungen, Vorschriften und Gängeleien schwappen gerne mal aus Brüssel bis in Vorgärten, Hinterhöfe und Wohnstuben, sodass Herbert Riedlinger seinen Schuppen hegt, auf dass er lange stehen bleiben möge. Und so kommt es, dass er an heißen Tagen den Geruch einatmen kann, den der Hitze ausgesetztes Holz verströmt.

Direkt am Schuppen steht seit Montagabend ein Vogelkäfig, in ihm hat es sich ein Vogel gemütlich gemacht, dem die drei in Anlehnung an den Hausherrn den Spitznamen Fipsi gaben. Der Vogel ist bunt. So bunt wie ein Papagei, aber er ist kleiner als die meisten Papageien. Und er ist neu hier. Am Montag, es war kurz vor 15 Uhr, kam Joachim Altenhof nach Hause, wo er noch im Garten von seiner Frau empfangen wurde: „Da draußen hockt ein Papagei.“ Tatsächlich. Er saß auf dem Nachbarsbaum, dessen Äste teilweise auf Altenhofs Grundstück reichen. Bei genauerem Hinsehen erwies er sich indes als Rosellasittich. Doch der Vogel ließ sich nicht greifen, war allerdings gesprächsbereit: „Als ich ihm gepfiffen habe, hat er zurückgepfiffen.“

Es entspann sich ein heiteres Hin und Her, bis Fipsi, der Vogel, schließlich im Käfig landete.

Mehr darüber gibt es in einer unserer Abo-Ausgaben zu lesen. Die Finder jedenfalls suchen jetzt die eigentlichen Besitzer des Sittichs. Wem der Vogel entflogen ist, darf sich melden unter muv.redaktion@swp.de,

Wer vermisst seinen Rosellasittich?

Wer seinen Rosellasittich vermisst, kann sich bei unserer Zeitung melden. Ein Anruf im Redaktionssekretariat genügt, dann nehmen wir die Daten auf und setzen uns mit den Findern in Verbindung. Unsere Telefonnummer lautet: (0 71 23) 36 88-120.

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