Glems Den Wolken ganz nah

Glems / Michael Koch 02.09.2018

Die Flieger vom Luftsportverein Roßfeld lieben es in der Regel, den Wolken ganz nah zu sein. Nur gestern, da hätte der Abstand doch etwas größer sein dürfen. Denn beim Familientag auf dem Roßfeld lag das Festgelände mitten im Nebel, die Sicht reichte kaum von Ausstellungsstand zu Ausstellungsstand und selbst in den Hangar, in dem sich die Besucher zum Beispiel Essen und Trinken schmecken ließen, waberte immer mal wieder eine Nebelschwade hinein.

„Das ist natürlich Pech, aber wir ziehen unser Programm voll durch“, gab sich Wolfgang Schick, Vorsitzender des Vereins, trotzig. Belohnt wurden er und seine rund 50 Mitstreiter durch einige Besucher, die mit dem Auto oder als Wandersleute doch den Weg auf die Albhochfläche gefunden hatten.

Schon zum Gottesdienst um 10 Uhr vermeldete Schick einen vollen Hangar. So hatte dort auch das imposante Alphorn-Ensemble mit stattlichen 22 Bläsern die verdient große Kulisse.

Weithin hörbar im Ermstal waren im Anschluss daran die Böllerschützen, die aus Bempflingen, Reutlingen, Engstingen und Derendingen angereist waren und direkt am Albtrauf auf das Treiben auf dem Roßfeld aufmerksam machten.

Während diese Rahmenpunkte über die Bühne gingen, erwachte auf der eigentlichen Start- und Landebahn des kleinen Flugplatzes das Herzstück des Familientages – die E-Mobilitäts- und Oldtimer-Ausstellung. Wagen für Wagen rollte im Laufe der Zeit heran, sodass letztlich doch eine schöne Zahl an Oldies von den Besuchern in Augenschein genommen werden konnte. „Bei schönem Wetter wären sicherlich noch viel mehr gekommen“, sagte Wolfgang Schick. Dennoch kamen die Verantwortlichen auch hier zum Fazit: Es hätte noch viel schlimmer kommen können.

Auch ganz ohne Sonnenschein ging gestern auf dem Roßfeld eine neue Blüte auf – und zwar die „Roßfeld-Orchidee“. Diesen Namen trägt nämlich das neue vereinseigene Flugzeug, ein Segelflieger mit Elektroantrieb, für Fachleute eine Discus-2c FES. „Im Modellflugbereich gibt es diese Antriebsart ja schon lange. Eigentlich ist es erstaunlich, dass es bei den Segelflugzeugen so lange gedauert hat, aber die Zulassungsverfahren für die Batterien haben wohl ziemlich lange gedauert“, erklärt Wolfgang Schick zur Neuanschaffung, deren Preis sich im sechsstelligen Bereich bewegt.

Die Flieger haben ihr neues Fluggerät jedenfalls schon ins Herz geschossen. Nicht nur, dass es, wie für eine Taufe üblich, mit Blumen verziert wurde. Damit das Taufglas keine Schäden auf der Lackierung hinterlässt, wurde extra eine „Solltreffstelle“ markiert, die mit einem „Pflaster“ geschützt war.

Für so viel Liebe fürs Detail hätten die Flugsportler eigentlich ein besseres Wetter verdient gehabt. „Beim nächsten Mal dann wieder“, strahlt Wolfgang Schick Optimismus aus.

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vereinseigene Flugzeuge besitzt der Luftsportverein Roßfeld – sieben Segelflieger, ein Ultraleichtflugzeug und einen sogenannten Reisemotorsegler.

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