Metzingen Den eigenen Horizont erweitern

Der Bundesfreiwilligendienst ist nicht nur für junge Leute gedacht.
Der Bundesfreiwilligendienst ist nicht nur für junge Leute gedacht. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Peter Swoboda 14.06.2018

Seit der Abschaffung des Zivildienstes tun sich soziale Einrichtungen schwer, Leute für freiwillige Dienste zu bekommen. So auch die Bruderhaus-Diakonie Neckar-Alb. Statt des Zivildienstes gibt es die Möglichkeit entweder ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) zu absolvieren.

Um die Möglichkeiten bekannt zu machen, die sich diesbezüglich bei der Bruderhaus-Diakonie bieten, lädt die Einrichtung am Montag, 18. Juni, um 19 Uhr zu einem Info-Abend in die Medienakademie Metzingen ein.  „Außerdem“, sagt Hartmut Kurz, bei der Bruderhaus-Diakonie zuständig für die freiwilligen Dienste, „gibt es so viele Einrichtungen, die Freiwilligendienste anbieten, dass wir uns bekannt machen müssen.“  So können Freiwillige beispielsweise in den Wohngruppen tätig sein oder in der Landwirtschaft oder aber im Freizeitbereich mit Jugendlichen. Der Bundesfreiwilligendienst wird sogar mit 450 Euro monatlich vergütet.

Hartmut Kurz legt Wert auf die Feststellung, dass die Freiwilligen keine billigen Putzkräfte sind oder zum Kaffeekochen abgestellt werden. „Die Freiwilligen“, so Kurz weiter, „sollen Verantwortung übernehmen.“  Eingesetzt werden sie nach ihren Fähigkeiten. Der 18-jährige Ali Waareih etwa organisiert Freizeiten für Jugendliche mit. Die Arbeit mache ihm viel Spaß, sagt er. Er habe durchaus großen Einfluss auf die Programmgestaltung. Außerdem kann er schon jetzt sagen, dass er später im sozialen Bereich bleiben und einen entsprechenden Beruf ergreifen will. Der 18-Jährige ist seit September 2017 im Bundesfreiwilligendienst. Der Bundesfreiwilligendienst ist im Übrigen Voraussetzung, wenn man Heilerziehungspfleger werden will.

Mit geistig behinderten Menschen zu arbeiten, ist freilich nicht jedermanns Sache. „Es ist natürlich eine Schlüsselkompetenz“, sagt Hartmut Kurz, „sich auf Menschen einlassen zu können.“  Für die Klienten sei es eine Bereicherung, wenn immer wieder neue junge Leute kommen. Denn der Bundesfreiwilligendienst geht maximal 18 Monate lang. Und er ist auch für Ältere offen, während das Freiwillige soziale Jahr nur offen ist für Leute bis zum 27. Lebensjahr. Das FSJ ist auch für Ausländer offen und für Geflüchtete. Kurz: „Da kommt durchaus eine bunte Truppe zusammen.“

Die Absolventen von FSJ und Bufdi werden in ihrem Dienst nicht alleine gelassen. Sie haben insgesamt 25 Bildungstage, an denen auch ihre Tätigkeit reflektiert wird. Am Info-Abend in der Metzinger Medienakademie können sich Interessenten auch gleich für einen Dienst melden.

Weitere Informationen zu FSJ und Bufdi

Weitere Informationen zum freiwilligen sozialen Jahr und zum Bundesfreiwilligendienst bei der Bruderhaus-Diakonie neckar-Alb gibt es unter Telefon (0 71 23) 9 79 40 oder  über simon.walter@bruderhausdiakonie.de.