Vielleicht ist es einfacher, den Überblick und die nötige Gelassenheit zu behalten, wenn einem keine Berge im Sichtfeld stehen. Womöglich hängt es auch mit gesundem Menschenverstand zusammen, dass die Älbler dem Schnee mit einer gewissen Nonchalance entgegentreten. Es sei doch nur ein ganz normaler Winter, meldete jedenfalls dieser Tage ein Bürgermeister von der Vorderen Alb ins ängstliche Ermstal. Kein Grund zur Sorge also. Während sich die Älbler also in Gleichmut üben und  sich lieber das eine oder andere hochprozentige Getränk auf die neue Fasnetssaison genehmigen, herrscht rund um den Metzinger Kelternplatz reichlich Ernüchterung. Seit dort das noch verbliebene Wirtsehepaar die Türen seines Lokals geschlossen hat, lastet bleischwere Melancholie auf dem Areal. Der Anblick des verlassenen Platzes versetzt vielen Metzingern einen Stich ins Herz, die Frage, wie es weitergeht, treibt die Bürger um. Gerüchte wollen wissen, dass im zeitigen Frühjahr wieder ein gastronomischer Betrieb in die Marktkelter einzieht.  Falls es soweit kommt, wäre das immerhin ein erstes Pflänzchen der Hoffnung. Wobei eine einzelne, zarte Blume wohl kaum lange zwischen den harten Granitpflastersteinen des Kelternplatzes überleben könnte. Wem all diese Gedanken an einem grauen Januartag zu sehr auf die Stimmung schlagen, der darf seine Laune mit einem Ausflug zur CMT heben. Dort, auf dem Stuttgarter Messegelände, können sich die Besucher bei mehr als 2000 Ausstellern aus 100 Ländern über das große Urlaubsglück informieren. Auch viele Städte und Gemeinden aus dem Landkreis sind dabei, um sich dem internationalen Publikum als attraktive Ferienregion zu präsentieren. Shopping- und Wandertourismus greifen zwischen Ermstal und Alb längst bestens ineinander und bescheren der Region damit stabile touristische Wachstumszahlen. Diese fallen in diesem Jahr womöglich noch etwas besser aus als 2018, denn in Bad Urach werden im Juli wieder 30 000 Besucher zum Schäferlauf erwartet. Wer noch nie dabei war, der hat etwas verpasst, weil es den Kurstädtern glückt, Tradition ganz unprätentiös in der Gegenwart zu leben, ohne angestaubte Phrasen, ohne rückwärtsgewandte Attitüde, keinen ausschließend und doch den Wurzeln verpflichtet. All das und die Begeisterungsfähigkeit der Uracher machen den Schäferlauf zu dem, was er ist:  das schönste Heimatfest im Land.