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Schäferlauf
Bad Urach / Simon Wagner  Uhr

Ein schlagzeilenträchtiges Jahr neigt sich in Bad Urach dem Ende zu. Für viel Freude sorgte etwa die Nachricht im Juli, wonach die Stadt den Zuschlag für die Ausrichtung der Gartenschau im Jahr 2027 erhalten hat. Zuvor hatte sich die Verwaltung mit voller Rückendeckung des Gemeinderats um die Ausrichtung beworben und sich auch mittels einer gut besuchten Infoveranstaltung für das publikums- wie auch werbeträchtige Event stark gemacht. Es findet statt in einem Bad Uracher Schäferlaufjahr, der, so haben es die Kurstädter seit kurzem schriftlich, mit den Festen in Markgröningen und Wildbad ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen ist.

Etwas weniger positiv dürfte die Jahresbilanz aus Sicht der Autofahrer ausfallen. Sie hatten es immer wieder mit Beeinträchtigungen in Folge von Steigensperrungen zu tun. Von April bis Oktober war die Wittlinger Steige wegen Sanierungsmaßnahmen blockiert, anschließend die Ulmer Steige. Momentan zwar bis März 2019 befahrbar, ist diese anschließend bis September 2019 erneut dicht. Landesweit in die Schlagzeilen geriet im April die Barbara-Gonzaga Gemeinschaftsschule. Noch vor dem Start der Prüfungen zur Mittleren Reife tauchte dort ein Kuvert mit gebrochenem Siegel auf. Er enthielt die Prüfungsaufgaben. Rund 40 000 Realschüler im ganzen Land mussten sich daraufhin verärgert auf einen neuen Termin einstellen. Fest verankert im Terminkalender hingegen waren 2018 wieder zahlreiche Veranstaltungen der Bad Uracher Vereine.

Einer ihrer umtriebigsten Köpfe nahm indes im April endgültig seinen Hut. Der langjährige Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Gerhard Schwenninger, erhielt zum Abschied aus dem Amt die Ehrennadel des Landes. Abschied muss auch das Stift von ihrer Leiterin Bärbel Hartmann nehmen. Ihr folgt im neuen Jahr das Pfarrerehepaar Elke und Conrad Maihöfer.

In direkter Nachbarschaft ihres neuen Wirkungsorts wurde derweil Ende Oktober eine Baustelle geschlossen, die die evangelische Kirchengemeinde über ein Jahr lang in Atem hielt. Die Sanierung des Chordachs der Amanduskirche, sie war lange Zeit teilweise nur durch ein Gerüst sichtbar, verschlang rund eine Million Euro.

Deutlich günstiger dürfte der Neubau der McDonalds-Filiale an der Hochhauskreuzung ausgefallen sein. Die Entscheidung des Konzerns auf dem ehemaligen Treff3000-Gelände ein Restaurant zu eröffnen wurde und wird noch immer heiß diskutiert.

Gut, vielleicht zu gut ins Jahr 2018 hineingerutscht sind die Bad Uracher und ihre Gäste bereits im März. Der Uracher Wasserfall zeigte sich als Eislandschaft und lockte tausende Besucher aus nah und fern. Nicht alle hielten sich dabei an die Warnhinweise der Stadt, als sie sich auf den eisigen Weg zum seltenen Naturspektakel machten. Es kam zu mehreren Stürzen und Knochenbrüchen.

Hilfe konnten sich derlei Verunfallte bislang in der nahen Ermstalklinik erhoffen. Doch wie Ende Oktober bekannt wurde, wird die unfallchirurgische Abteilung in Bad Urach wegen Sparzwängen der Reutlinger Kreiskliniken am 31. Dezember geschlossen. Ein Sturm der Entrüstung setzte ein und er hält bis heute an. Es hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die unter anderem mit einer Unterschriftenliste nicht nur für den Erhalt der Abteilung kämpft, sondern auch für eine wohnortnahe ärztliche Versorgung. Befürchtet wird derweil das schrittweise Sterben der Klinik.

Eine anhaltende Diskussion, die die Bad Uracher wohl auch bis ins neue Jahr 2019 weiter beschäftigen dürfte.

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Jahre werden noch ins Land ziehen, bevor die Gartenschau in Bad Urach ihre Pforten öffnet. Doch bereits jetzt, wie auch im kommenden Jahr, wird am Konzept der Schau gearbeitet.