Zainingen / ANNE LEIPOLD  Uhr
Es ist mehr als nur die Sanierung des Gemeindehauses und ein neuer Anbau - damit verbunden sind viele Stunden ehrenamtliches Engagement.

Es riecht noch alles ganz neu. Das Foyer ist hell und einladend und zieht den Blick auf eine Vitrine, die in helles Holz eingelassen ist. Unterlegt mit einem freundlichen grün kann dieser Blickfang mit Versen oder Einladungen versehen werden. Rechts sind die neuen Sanitäranlagen, gerade gegenüber ist die neue geräumige Küche und links geht es in den Saal und damit in den neuen Altbau.

"Der Anbau ist ein reiner Funktionsbau", erklärt Architekt Frank Hintzenstern. Dort kam all das unter, was im bestehenden Gemeindehaus nicht barrierefrei hätte realisiert werden können. Auch der Eingang ist nun bequem mit dem Rollstuhl oder Rollator zu erreichen. Das bisherige Foyer wurde zur Garderobe umfunktioniert. Der ehemalige Eingang durch den Rundbogen ist nun verglast. In dem Anbau haben die Jugendlichen einen eigenen großzügigen Raum. Ganz fertig ist er noch nicht, in der Gestaltung dürfen die Jugendlichen mitentscheiden. Ein Tischkicker ist bereits eingezogen. Einen eigenen Zugang haben sie außerdem, sind aber auch mit dem Gemeindehaus im Inneren über ein Treppenhaus verbunden.

"Beim Neubau ging es flott, der Altbau hat viel Zeit in Anspruch genommen mit der Sanierung, Renovierung und dem Brandschutz", sagt Ute Wörz, Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Im Saal wurden Boden und Wände modernisiert, eine Brandschutz- und Akustikdecke wurde eingezogen, eine neue Brandmeldeanlage wurde installiert und ein zweiter Fluchtweg über eine Außentreppe realisiert, eine neue Bühne wurde zudem eingebaut. Der Clou: Unter der Bühne können nun die Tische gelagert werden. Ergänzt wird die Bühne mit Beamer, Leinwand und neuer Musikanlage. Es gibt ein Stuhllager, die Stühle wiederum wurden neu gepolstert. Mit einer Elementwand kann der Saal zudem unterteilt werden, so können sich nun auch mal zwei Kirchenkreise zur gleichen Zeit treffen. "Was die Funktionalität angeht, hat man das Bestmögliche rausgeholt", sagt Frieder Usenbenz, Vorsitzender des CVJM Zainingen. "Nun ist es wichtig, dass wir den Ort mit Leben füllen", sagt Wörz. Das dürfte bei der regen Kirchengemeinde kein Problem sein. Zumal die Altenbegegnung und die Gemeindefeste, die Gruppen und Kreise in den eigenen Räumen stattfinden können, ein Ausweichen ist endlich nicht mehr notwendig.

Die Dachdämmung wurde ergänzt, ebenso die Fassade gedämmt. Es gibt neue Fenster und eine neue Heizungsanlage. Das Treppenhaus ins Obergeschoss wurde ebenfalls neu gemacht, bekam im Inneren zwei große Fenster, hell und freundlich wirkt es. "Es ist eine Freude, wenn man hierher kommt, mir gefällt das Gesamtkonzept", sagt Wörz. Die Arbeiten konnten nahezu alle an Firmen vor Ort vergeben werden. Die Kosten liegen unter 600 000 Euro, wie Claudia Götz, zuständig für Buchhaltung und Finanzen, sagt. Die Kirchengemeindemitglieder haben ebenfalls angepackt und das nicht zu knapp. Etwa 30 Prozent der Arbeiten haben sie in Eigenleistung gestemmt. "Es gibt fast kein Gewerk, in dem keine Eigenleistung erbracht wurde", bestätigt Hintzenstern. "Es wurde unglaublich viel geleistet, dadurch ist die Identifikation nochmal gestiegen", sagt Pfarrer Bernhard Elser. "Nicht nur der Kirchengemeinderat und der CVJM haben mitgeholfen, sondern auch aus der bürgerlichen Gemeinde, aus den Vereinen wurden wir unterstützt, es ist insgesamt ein Gemeindeprojekt."

Und so trifft es das Motto für die Einweihung ganz gut: "Drei, zwei, eins, deins". Über drei Tage hinweg feiert die evangelische Kirchengemeinde in Zainingen ihr fertig saniertes und renoviertes Gemeindehaus und den neuen Anbau. "Es ist dein Haus, es gehört der Gemeinde und damit jedem Einzelnen", erklärt Elser. An diesem Freitagabend wird es ab 19 Uhr ein Helferfest geben, mit einem bebilderten Rückblick. Am Samstag wird es ebenfalls ab 19 Uhr einen offenen Gemeindeabend geben mit der Band "Shooters", die nicht nur Lobpreismusik sondern auch Party-Musik im Repertoire hat.

Am Sonntag wird die Einweihung des neuen Gebäudes mit dem Gottesdienst um 9.30 Uhr, gemeinsam mit dem Kirchenchor und dem Musik-Team begonnen. Um 11 Uhr findet der offizielle Teil statt mit Grußworten von Dekan Michael Karwounopoulos und Römersteins Bürgermeister Matthias Winter. Im Festzelt gibt es ein Schnitzelessen, für Kinder gibt es eine Spielstraße, nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen sowie einen Ballonstart. Und natürlich sollen das Gemeindehaus ausgiebeig besichtigt und all die Neuheiten von den Besuchern entdeckt werden.