Metzingen Das Handwerkszeug fürs Leben

Die Abiturienten freuen sich, dass die Schulzeit nun zu Ende ist.
Die Abiturienten freuen sich, dass die Schulzeit nun zu Ende ist. © Foto: Mara Sander
Metzingen / Mara Sander 09.07.2018

Unabhängig vom WM-Spielplan wurde der Termin für die Verabschiedung der 102 Metzinger Abiturienten geplant. „Wir freuen uns, dass es vorbei ist, das Abitur ist ein erfolgreich gewonnenes Endspiel“, nahm Oberstudiendirektor und Schulleiter Matthias Pröhl Bezug auf Fußballinteressierte am Freitag bei der Zeugnisübergabe in der vollbesetzten Neuen Aula des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. „Bei uns standen Spielplan und Teilnehmer für das Finale schon fest, bevor klar wurde, wer heute spielt.“

„Die Besten Gehen“, so lautete das Motto der Abiturienten für die Feier in Anlehnung an den Schulnamen. Erzielt haben sie eine Durchschnittsnote von 2,35. Vorangekommen sind sie nun einen entscheidenden Schritt auf ihrem Lebensweg. Nach acht Jahren oder rund 9000 Stunden Unterricht bei 35 bis 40 Lehrern „habt ihr ein wichtiges Bildungsziel, die Selbstbestimmung, erreicht“, führte Pröhl aus. „Ihr könnt jetzt selbst mit Wissen umgehen, eigene Wege gehen.“ Er blickte scherzhaft in die Zukunft zum „Goldenen Abitur“ in 50 Jahren und stellte die Frage, wie die Schüler dann wohl aussehen werden, wenn aus „Sixpacks Airbags geworden sind“.

Pröhl machte bewusst, dass unabhängig von Noten „alle ihre Talente haben“. Er wünschte den Abiturienten, dass sie ihre Talente mit Berufswünschen verbinden können. Und er wünschte ihnen „gute Freunde“ auf dem weiteren Lebensweg. Wenige gute Freunde, mit denen man nicht nur Oberflächliches bequatschen könne, seien wichtiger als die vielen „Facebook-, Instagram- und Co-Freunde“. Pröhl entließ die Abiturienten aus dem „Rotstiftmilieu“ mit dem Zitat „fangt nie an aufzuhören, hört nie auf anzufangen“.

„Setzen Sie alles daran, Ihren Traum wahr werden zu lassen“, gab der  Elternbeiratsvorsitzende Peter Jüttner den jungen Erwachsenen mit auf den Lebensweg.

„Sie haben jetzt das Handwerkszeug fürs weitere Leben“, so Metzingens Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh, die den Scheffelpreis für die beste Leistung im Fach Deutsch an Lea Simic übergab. Die Preisträgerin hat außerdem bei „Jugend forscht“ erfolgreich teilgenommen mit einem Recycling-Projekt für alte Tennisbälle. Haberstroh gratulierte ihr sowie Julia Schwarz und Deborah Doster zu der Traumnote 1,0 und überreichte dann zusammen mit dem Schulleiter und den Oberstufenberaterinnen Gudrun Weißenborn und Sylvia Wehmeier allen Abiturienten das Abschlusszeugnis. „Endlich raus aus dem Rotstiftmilieu“, begann Lea Simic ihre Rede. „Was erwartet uns nun? Eine Wildnis von Jobangeboten.“ Es seien viele Fakten abzuwägen bei der Wahl des „interessantesten Studiengangs“. Es stelle sich die Frage, ob sich damit überhaupt Geld verdienen lasse, und ob sich der Student in der Stadt seiner Wahl die Miete leisten könne. Das seien Fragen, die Angst machen könnten. Sie gab den Denkanstoß, dass „ein Umweg den Lebensweg interessant macht“, für alle, die vielleicht nicht auf Anhieb die richtige Entscheidung treffen und sich später umentscheiden. „Mit dem Abi in der Tasche kann ja eigentlich fast nichts mehr schiefgehen.“ Das gilt sowohl für alle, die studieren, als auch für die, die jetzt eine Ausbildung beginnen, erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren oder mit einer Reise die Welt erkunden, bevor sie dann studieren oder einen Beruf wählen. Musikalisch wurde die Abifeier von Felix Burk am Klavier, Antonia Raißle am Cello, Lydia Gleim am Klavier und einem Ensemble der „K1-Stufe“ mit „Wonderful World“ gestaltet.

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