Ziele braucht der Mensch, denn nur „wer sein Ziel kennt, findet auch den Weg“, wie Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler zum Auftakt der Sportlerehrung den chinesischen Philosophen Laotse zitierte.
Die 101 Sportler, die von der Stadt Metzingen am Montagabend zur inzwischen 42. Sportlerehrung eingeladen waren, haben im vergangenen Jahr jedenfalls viele ihre Ziele erreicht, „auch wenn es sicher mal steinig, mühsam und schwer“ war, wie Fiedler vermutete. Für diese Fälle seien die Sportler aber ja von Lehrern, Eltern, Trainern, Betreuern oder Partner umgeben, die einen allesamt auf dem Weg zum Ziel begleiten. Auch ihnen galt am Montagabend der Dank der Stadt Metzingen.
„Ohne Ehrenamt könnte man die Vereine zumachen“, konstatierte der Sportkreisvorsitzende Karl-Heinz Walter. Er freute sich deswegen besonders, dass die Stadt für drei Damen, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in Metzinger Vereinen engagieren, eine Sonderehrung vorbereitet hatte.
Renate Reusch war in ihrer Ehrenamtskarriere gleich in drei Vereinen aktiv. 1961 übernahm sie bei der TuS Metzingen ihre erste Kindergruppe, bot dort über Jahre auch Mutter-Kind-Kurse an. Später engagierte sie sich zusätzlich bei der Skizunft Metzingen, war dort sogar Skischul-Leiterin. Heute hat sich Renate Reusch eher auf den Gesundheitssport verlegt, noch immer leitet sie jede Woche sechs Gruppen, unter anderem die AH des TV Neuhausen.
Die zweite Dame im Bunde ist Ursula Krais. Als Tochter von Walter Euchner „war ihr das Ehrenamt quasi schon in die Wiege gelegt“, wie Gerhard Göhner, zweiter Vorsitzender der TuS, in seiner Laudatio betonte. Ursula Krais startete ihre Trainerkarriere 1977 und besitzt „heute die vermutlich älteste gültige Übungsleiterlizenz innerhalb der TuS“, so Göhner. Bis heute betreut sie an zwei Tagen in der Woche den Leichtathletik-Nachwuchs und organisiert zudem seit nunmehr 25 Jahren die Seniorennachmittage der TuS.
Und schließlich wurde noch Claudia Schmok geehrt, die es schon in relativ jungen Jahren auf 20 Jahre Übungsleitertätigkeit bei der TuS bringt. Ihr liegt der Jazzdance und das Hip-Hop besonders am Herzen, mit einer ihrer Tanzgruppen eröffnete sie gemeinsam mit der Urban Danceschool der TuS auch die Sportlerehrung.
Hier machten traditionell die Schulen den Auftakt. Kart-Fahrer Nico Wurster vertrat die Schönbein-Realschule, das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hatte es mit zwei Schwimmmannschaften zur Sportlerehrung geschafft.
Bei den Vereinssportlern gab es dann gleich eine ganze Reihe an hochkarätigen Leistungen. Martin Bläsing und Gerhard Kühn beispielsweise gewannen für die Bruderhaus-Diakonie Medaillen bei den Special Olympics in Hannover. Ein Highlight des Metzinger Sportjahres war ganz sicherlich der Finaleinzug im Europapokal durch die TusSies, die fast vollständig zur Sportlerehrung erschienen waren, inklusive Deutschlands Handballerin des Jahres 2016, Anna Loerper.
Internationale Lorbeeren sammelten auch die Leichtathleten der TuS in Person von Sophie Hamann und Dunja Koch, mit Katharina Maisch und Marian Spannowsky stehen bereits die beiden nächsten „Internationalen“ in den Startlöchern.
Damit war der Ehrungsreigen für TuS-Sportler aber noch nicht beendet: Die Abteilungen Turnen, Tischtennis und Schwimmen konnten ebenfalls erfolgreiche Sportler aufweisen. Voraussetzung, um bei der Ehrung der Stadt zugelassen zu werden, ist übrigens mindestens ein dritter Platz bei Landesmeisterschaften.
Dies vollbrachte auch die Läufertruppe des TSV Glems, für die Daniel Noll, Michael Leibfarth, Peter Keinath und Tim-Philipp Koch erstmals im Metzinger Rathaus ausgezeichnet wurden. Ebenfalls noch frisch in  der Runde ist der Allgemeine Deutsche Rottweilerclub, der mit Sabine Reinhardt eine Deutsche Vizemeisterin stellt. Der Verein der Hundefreunde, der Luftsportverein Roßfeld sowie der Miniaturgolfclub Metzingen gehören mit ihren Sportlern im Sitzungssaal dagegen fast schon zum Inventar.
„Da bleibt einem die Spucke weg“, resümierte Karl-Heinz Walter angesichts der Erfolgsmeldungen aus Metzingen. „Glückwunsch an die Stadt, sie ist wahrlich das Eldorado des Sports. Hier im Ermstal – da läuft was.“
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