Hülben Das alte Schulbad hat einen neuen Herren

Feierliche Schlüsselübergabe für die neue Mensa: Es freuen sich der stellvertretende Bürgermeister Rolf Christner, die Fördervereinsvorsitzende Martina Kriegs, Schulleiterin Gabriele Antoni und Planer Walter Buck (von links).
Feierliche Schlüsselübergabe für die neue Mensa: Es freuen sich der stellvertretende Bürgermeister Rolf Christner, die Fördervereinsvorsitzende Martina Kriegs, Schulleiterin Gabriele Antoni und Planer Walter Buck (von links). © Foto: Angela Steidle
ANGELA STEIDLE 21.06.2016
Im alten Hülbener Schulhaus ist eine neue Mensa entstanden. Sie bietet 50 Plätze, in den Umbau hat die Gemeinde 430 000 Euro investiert.

"Heute Spaghetti, morgen Spaghetti, Spaghetti jeden Tag", forderte der Schulchor der Peter-Härtling-Schule lauthals zur feierlichen Einweihung der neuen Schulmensa. Den Köchinnen vom Förderverein Schulen und Jugend Vordere Alb gestanden die Mädchen und Jungen zu: "Man muss vom Essen schon was verstehen." Die neue Mensa schafft mit 50 Plätzen in zwei Schichten bis zu hundert Mahlzeiten. Und das an drei bis vier Schultagen die Woche, auch für die Vorschüler. Dafür wurden in den Umbau des Untergeschosses im alten Schulhaus rund 430 000 Euro investiert. Unter dem Nachdruck und dem Durchhaltevermögen des Fördervereins und "unverfroren hohen Brandschutzvorschriften", erklärte Planer Walter Buck. Ab 2016 werden auch die Fünfer der neuen Gemeinschaftsschule den Essplatz nutzen, freute sich deren neuer Rektor, Jörg Bizer.

Der Schlüsselübergabe mit Probesitzen am Sonntag war eine "steinige Diskussion auch um die Frage der Ganztagsbetreuung an der Peter-Härtling-Schule vorausgegangen", so Gemeinderat Rolf Christner. Die Zahlen, so der Bürgermeister-Stellvertreter, sprechen eine deutliche Sprache: aktuell hat die Ganztags-Grundschule 40 Anmeldungen. 32 Anmeldungen liegen für die fünfte Klasse des Hülbener Ablegers der Gemeinschaftsschule und Werkrealschule Vordere Alb in Römerstein vor. Seit Samstag ist auch amtlich, dass Hülben aus dem Ausgleichsstock des Landes 170 000 Euro Zuschuss für die Baukosten bekommt.

"Die Mensa ist ein Meilenstein in Richtung Zukunftsfähigkeit des Schulstandortes Hülben", unterstrich Rolf Christner. Hülben gehöre zu den Schulstandorten Nummer Eins im Land, mit Hochbegabtenförderung und Kinder-Uni. Dafür hätten Verwaltung und Gemeinderat in großer Einigkeit viel investiert: "Es bedarf zeitlebens großer Anstrengung, diese Qualität zu halten." Schulrat Carsten Zühlke bedankte sich für die gemeinsame Einrichtung: "Hier in Hülben gibt es zum Start der Gemeinschaftsschule schon Erfahrungen mit der Ganztagsschule. Es lohnt sich, den Baustein draufzusetzen. Die neue Pädagogik verwirklicht sich nicht von selbst. Ein ganz großer Teil der Kosten und des Engagements kommt von den Kommunen." Die historische Gebäude-Substanz habe viel gesehen, erklärte Planer Walter Buck: vom Schülerbad über den Disco- und Probenraum bis zum DRK-Lager: "Jetzt hat das hoffentlich seinen Herren gefunden." Mit den ursprünglichen Planungen für eine Zentralküche in der Rietenlauhalle, mit Essenausgabe in einem neuen Schulanbau, war Bürgermeister Siegmund Ganser auf der Zielgeraden nochmals umgeschwenkt. Für den Musikverein wurde eine Lösung gefunden. Mensa, Küche, Umkleide, Toilettenanlage und Lager haben nach Niveauausgleich auf rund 200 Quadratmetern Platz gefunden. Die Baugenehmigung kam Anfang Januar 2016. Buck: "Eine ganz enge Kiste." Im Sanierungsabschnitt II wäre der Bereich ohnehin mit rund 200 000 Euro im Programm gewesen. Die Mehrkosten für die Mensa beliefen sich also nur auf rund 230 000 Euro.

Martina Kriegs vom Schul-Förderverein Vordere Alb erinnerte sich an ein "sehr kräftezehrendes, spannendes und überraschendes Jahr". Es sei nun zehn Jahre her, dass die erste Betreuungsstunde über den Förderverein in der Schule stattfand. 2016 starte man nun die Ganztagsschule in Wahlform mit einer Mensa, die ihresgleichen suche. Entstanden sei die Idee über ein Projekt "Schüler kochen für Schüler".

Das Rezept dazu gab es zur Einweihung von Schulleiterin Gabriele Antoni. Man nehme: "Hungrige Schulkinder, engagierte Kochfrauen, aktive Partner, einen alten Kellerraum und viele helfende Hände, lasse das Ganze ein Jahr ziehen und bringe es unter sanftem Druck in Form. Das ergibt eine Mensa - Guten Appetit."