Für die Taufe eine Flugzeugs bot das achte Fliegerbergfest eine prächtige Kulisse. Der Metzinger Flugsportverein Roßfeld hatte sich ein Hochleistungs-Segelflugzeug vom Typ ASW 15 B zugelegt. Eigentlich sollte die Taufe Bürgermeister Eduard Kahl vornehmen, doch dieser musste krankheitsbedingt passen. So schritt der erste Beigeordnete, Dr. Dieter Feucht, zur Zeremonie und taufte das Flugzeug auf den Namen "Rhöngeist". Dieter Feucht bemühte zur Taufe ein Gläschen Sekt. In der Zwischenzeit hatte sich das Roßfeld so mit Besuchern gefüllt, dass kaum mehr ein Sitzplatz zu finden war. Schon damals lockte das Fliegerbergfest die Massen an.

Unterdessen konnten sich die Metzinger auf eine reiche Obsternte freuen. Beim jährlichen Rundgang des Kreisobstbauverbands konnten sich die rund 150 Teilnehmer davon überzeugen. Freilich wies der Vorsitzende des Kreisverbands, Hans Laib, darauf hin, dass die Ertragslage im Land keinesfalls so gut war wie in Metzingen und dem Ermstal. Hans Laib hat auch darauf hingewiesen, dass im Jahr 1975 kaum Apfelblütenstecher gab, sodass dessen Bekämpfung auf ein Minimum beschränkt blieb.

Mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga Süd war der SSV Reutlingen vor 40 Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Da wollten Oberbürgermeister Dr. Manfred Oechsle und sein Erster Bürgermeister Karl Guhl nicht die Augen verschließen oder tatenlos zusehen. Mit verschiedenen Aktionen haben die beiden Geld zur Unterstützung des SSV gesammelt. Insgesamt konnten sie 160 000 Euro eintreiben. Die Spenden kamen aus der Industrie von den Banken und von den Reutlinger Ärzten. Ob heute, 40 Jahre später bei denen auch noch so viel Geld zu holen wäre, wollen wir mal dahingestellt sein lassen. Jedenfalls kann man annehmen, dass beim SSV ge- feiert wurde.

Allen Grund zu feiern hatte auf jeden Fall die Uracher Brauerei Olpp. Sie konnte ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Zu dieser Zeit war der Name Olpp längst zu einem Gütezeichen geworden. Bei Olpp war der Bierausstoß in den 1970er Jahren steig am Steigen und das obwohl der Ausstoß landesweit am Sinken war. Im Jahr 1974 hatte Olpp 124 000 Hektoliter Bier ausgestoßen. Gleichwohl ließ Firmenchef Max Olpp keinen Zweifel daran, dass es ihm weniger um Quantität als vielmehr um Qualität ging. Man wolle auf keinen Fall auf Kosten des Preises oder der Qualität den Ausstoß erhöhen. Beim Festakt anlässlich des 150-jährigen Jubiläums war der Aufmarsch an Prominenz beachtlich.

Die Festredner lobten allesamt die unternehmerischen Leistungen Unternehmensspitzen in all den Jahren. Urachs Bürgermeister Fridhardt Pascher sagte: "Das 150-jährige bestehen einer Firma ist nicht allein dem Glück und dem natürlichen Wachstum zu verdanken, es beruhe vielmehr auf der Tatsache, daß die für den Bestand des Betriebes Verantwortlichen jeweils die Zeichen der Zeit erkannt und die richtigen Maßnahmen getroffen haben." Wie dem auch sei, es wurde ein ganzes Wochenende lang gefeiert."

Ganz andere Sorgen hatte ein 26-jähriger Mann, der sich vor dem Reutlinger Schöffengerichts unter anderem wegen versuchter Vergewaltigung verantworten müssen. Das Opfer war ein 16-jähriges Mädchen aus Mittelstadt, das an einer Bushaltestelle gestanden hatte, um mit dem Bus nach Reutlingen zu fahren. Als der Angeklagte mit seinem Wagen dort vorbei kam, hielt er an und erbot sich zur Mitnahme, da er das Mädchen von früher kannte. Unterwegs ging er mit der 16-Jährigen in eine Tanzlokal. Auf dem Weg nach Hause bog der 26-Jährige in einen Waldweg ein, legte den Beifahrersitz um und versuchte das Mädchen zu entkleiden.

Diese wehrte sich jedoch heftig. Es kam zum Handgemenge, in dessen Verlauf sie ihm ein Büschel Haare ausriss. Die lauten Hilfeschrei wurden schließlich von Passanten gehört, die die Polizei riefen.

Im Volksblatte wurde der Metzinger Gemeinderat gelobt, weil er seine Sitzung am 6. September 1975 in "ungewohnt rascher Zeit" abwickelte. Allerdings war das keine große Kunst gewesen. Die Tagesordnung umfasste lediglich fünf Punkte, von denen auch noch zwei vertagt wurden.