Backrezepte Danke für die süßen Gaben!

Metzingen / Von Peter Kiedaisch 22.12.2017

Zwei Tage lang hat es im Konferenzraum unserer Zeitung geduftet wie in einer Backstube. Auf Tellern stapelten sich Linzer Plätzchen, kleine flammende Herzen, Nussecken, Nougatstangen, Zimtsterne, Ausstecherle, Kokosmakronen, Vanillekipferl, Bärentatzen, Lebkuchen, Husarenkrapfen, Haferflockenplätzchen und Nougatmützchen. Was für ein Duft, was für ein Anblick! Das haben wir jenen Lesern zu verdanken, die uns ihre Lieblingsrezepte mit einigen Versucherle geschickt haben.

Daraus wollen wir fürs nächste Jahr ein regionales Backbuch zusammenstellen, weswegen unser Fotograf Thomas Kiehl die Gutsle fotografiert hat, ehe sich eine Jury, bestehend aus sechs mitunter sachverständigen, mindestens aber im Genuss adventlichen Gebäcks vertrauten Personen darüber hergemacht hat. Doch Moment, ehe ein falscher Verdacht aufkeimt: Die Jury hat genug übrig gelassen für alle Mitarbeiter des Verlags, und alle waren sich einig: Alle Plätzchen waren köstlich. Manche waren optisch schlicht gehalten, entwickelten aber auf der Zunge dieses herrliche Gefühl, das Mehl, Butter, Zucker und Ei entfalten können, wenn sie im richtigen Verhältnis aufeinandertreffen und von sachkundiger Hand zu einem Teig verrührt werden, um anschließend im Backofen zu einer kulinarischen Besonderheit zu reifen, wie sie nur ein Mal im Jahr gereicht wird, an Weihnachten und an den Tagen davor oder danach. Mürbe sollen die meisten sein, dann sind sie richtig.

Viel Spaß beim Schnabulieren!

Geizig sind unsere Leser nicht. Marina Scheurer aus Bad Urach hat uns eine prall gefüllte Blechdose überlassen. Anette Kugler aus Metzingen hat filigrane Sterne eingereicht, denen Pistazien die Krone aufsetzen: „Uii, die sind ja unglaublich schön gemacht“, tönt es da aus der Jury. Auch die Papiertüten von Ulrike Hakh aus Grafenberg haben uns überrascht: Auf jenen war das Rezept abgedruckt, in ihnen warteten die dazugehörenden wohlschmeckenden Gutsle auf Finger, die nach ihnen greifen. Die Apfelpunschherzen von Martin Eisele aus Münsingen würdigte die Jury als „hübsch gemachte, kleine Kunstwerke“. Sind die nicht fast zu schade zum Essen? Solche Überlegungen gab es, aber sie zerbarsten am genussvollen „Ahhh“, wenn ein anderes Jurymitglied einen Klassiker im Munde zergehen ließ. Rumkugeln, Zimtsterne, Butter-S.

Alle haben die Jury überzeugt, die sich übrigens durchaus professionell ihrer Aufgabe genähert hat. Zunächst wurde der optische Eindruck bewertet, dann stand der Geruch auf dem Prüfstand, schließlich ging es um Konsistenz und Geschmack. Zumindest anfangs, dann geriet das Probieren immer mehr zu einem mehr oder weniger hemmungslosen Schlemmerstündchen, das den Gedanken an Kalorien so weggeschmolzen hat wie die Märzensonne den Schnee. Christine Greiner aus Metzingen hat Plätzchen mit dem Waffeleisen gebacken und hat dafür von der Jury ein vielfaches Lob bekommen.

Eleonore Brandenstein aus Dettingen hat eine Vielfalt an Gebäck abgegeben und der Jury damit viel Freude bereitet. „Mann, da ist ordentlich Amaretto im Spiel“, hieß es plötzlich, als jemand die Plätzchen von Otto Erich Ziemer und seiner Frau Hiltrud Ziemer kostete. Schnell scharten sich alle um die Haferlockenplätzchen. Ob es überhaupt Amaretto war? Im Rezept ist von Rum und Bittermandel die Rede. Es stammt aus dem Bergischen Land, wie es in dem Begleitschreiben heißt. Eine Frau namens Nikisch habe sie in der Stadt Radevormwald in den Kirchenchor mitgebracht, schreibt Herr Ziemer und wünscht uns viel Genuss beim Schnabulieren. Vielen Dank, den hatten wir! Für diese Köstlichkeit muss es einen Preis geben, da war sich die Jury einig und vergab ihm einen der zwei zweiten Plätze. Den anderen zweiten Platz hat sich Martin Eisele aus Münsingen für seine Apfelpunsch-Herzen redlich verdient.

Gewonnen aber hat das Rezept von Marina Scheurer aus Bad Urach für ihre Nougat-Mützchen. Sie erhält einen Restaurant-Gutschein in Höhe von 100 Euro, für die zweiten Plätze gibt es Gutscheine über jeweils 75 Euro.

Eigentlich hätten alle einen Preis verdient. Auch jene Frau (die Handschrift lässt jedenfalls darauf schließen), die uns gleich mehrere Rezept-Ideen samt Versucherle zukommen ließ. Die bereits erwähnten Linzer Plätzchen sind beispielsweise von ihr, aber auch Nougatstangen. Leider hat sie ihren Namen und ihre Adresse nicht angegeben. Und das war kein Einzelfall. Schade, aber köstlich geschmeckt haben ihre Gutsle trotzdem.

Allen, die mitgemacht haben, vielen Dank und schöne Weihnachten! Uns hat es viel Spaß gemacht. Bestimmt wird das Backbuch eine nette Anregung für unsere Leser, die dann im kommenden Jahr selbst Weihnachtsplätzchen backen können.

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