Kohlberg Dachfest für die alte Dame

Die Kohlberger Kelter wird saniert, gestern traf man sich zum Dachfest. Foto: Mara Sander
Die Kohlberger Kelter wird saniert, gestern traf man sich zum Dachfest. Foto: Mara Sander
Kohlberg / MARA SANDER 30.11.2013
Mit einem Dachfest haben die Kohlberger am Freitag gefeiert, dass die mehr als 400 Jahre alte Kelter zu einem Kleinod in der Ortsmitte wird.

"Jetzt ist sie wieder richtig schön geworden", hatte eine Kohlberger Bürgerin am Freitag zu Bürgermeister Klaus Roller gesagt, als er aus dem Rathaus kam. Gemeint war die mehr als 400 Jahre alte Kelter, in der er am Nachmittag beim Dachfest von dieser Begegnung erzählte. "Ein richtiges Schmuckstückle", so Roller.

Zwar habe er sich ein paar mehr Besucher beim Dachfest gewünscht, "denn Platz genug hätten wir gehabt", aber ohne Fenster und Türen war es doch etwas zugig und kalt. Dagegen halfen auch Rote und Glühwein nur kurzfristig.

"Eine ganz andere Atmosphäre", beschrieb Roller die neue historische Kelter, denn es sei architektonisch ganz gut so, dass die Empore und Zwischendecke entfernt wurden. So komme der mehr als 400 Jahre alte Bau erst richtig zur Geltung, so Roller. Kriege und Unwetter habe sie überlebt, aber nachdem sie nicht mehr zum Weinbau genutzt wurde, habe sie nach der letzten Renovierung vor 40 Jahren vor sich hin geschlummert. Die Substanz wurde kritisch, betonte Roller die Notwendigkeit der Sanierung, die rund eine Million Euro kosten wird. Ziel sei, sie mit dem Kirschenfest im nächsten Jahr wieder für die Benutzung frei zu geben.

"Von der Arbeitsstätte zum Festle feiern hin zum Versammlungsraum", beschrieb Architekt Ernst Frey die Veränderung der Nutzung des Kulturdenkmals mit rund 340 Quadratmeter Nutzfläche. 254 Kubikmeter Beton waren nötig, um den Boden zu erneuern und auszugleichen. "Wir haben so richtig im Dreck gewühlt, aber davon sieht man nichts mehr, seit der Beton drauf ist", lacht Projektleiterin Petra Gekeler darüber, dass die gröbste Arbeit unsichtbar bleibt.

Nächste Schritte sind Innenausbau und Haustechnik, was bedeutet, dass der Gemeinderat sich im Januar mit der Farbgestaltung befassen wird. Natürlich fehlte auch der Segen nicht durch Pfarrer Harald Geyer, was auch die Einheit von Kirche, Kelter und Rathaus in der Ortsmitte deutlich machte.

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