Aktuelle Zahlen: Das sind die Daten vom Landratsamt Reutlingen:
● Inzidenzwert Landkreis Reutlingen: Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner im Landkreis beträgt aktuell 176,6 (Vortag: 192,3).
● Todesfälle: Die bisherige Gesamtzahl der Personen, die an oder mit dem Coronavirus seit dem 3. März 2020 verstorben sind, liegt bei 255.
● Infektionen: Insgesamt 11 671 (+51 zum Vortag) laborbestätigte Fälle, das heißt seit Beginn der Pandemie nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus.
17 Fälle waren als Kontaktpersonen bekannt. Weiter betroffen sind mit Einzelfällen ein Betrieb und zwei Schulen.

Verschärfte Regeln in BW: Auch Reutlingen betroffen

Baden-Württemberg zieht die Notbremse und verschärft schon am Montag die Corona-Maßnahmen in den Hotspots im Südwesten. Die Verschärfungen treffen vor allem Regionen mit einer hohen Inzidenz, also der Zahl an Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche.
Wo dieser Sieben-Tage-Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, treten etwa schärfere Kontaktregeln in Kraft. Aufgrund der derzeitigen Entwicklung der Inzidenz im Landkreis Reutlingen, ist auch die Neckar-Alb-Region von diesen Verschärfungen betroffen.
Nach den jüngsten Zahlen des Landesgesundheitsamts in Stuttgart liegen nur noch fünf Stadt- und Landkreise im Südwesten unter der Inzidenz von 100: Die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und Lörrach sowie die Städte Freiburg und Heidelberg. Über 100 liegen 39 Kreise, davon 13 sogar über 200.

Aktuelle Corona-Regeln im Landkreis Reutlingen

Mit Eintreten der Notbremse gilt ab heute:
  • Ab einer Inzidenz von über 100 dürfen nur noch Ladengeschäfte der Grundversorgung öffnen - also etwa Supermärkte, Apotheken und Drogerien.
  • Bei der maximal zulässigen Verkaufsfläche pro Kunde verschärft das Land die Auflagen: von 10 auf 20 Quadratmeter bei Ladenflächen bis 800 Quadratmeter und von 20 auf 40 Quadratmeter bei Ladenflächen über 800 Quadratmeter.
  • Treffen sind nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushalt erlaubt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt.
  • Museen, Galerien und Zoos und auch Wettannahmestellen müssen schließen
  • Wer zum Friseur möchte, braucht den Nachweis eines tagesaktuellen negativen COVID-19-Schnelltests, einer Impfdokumentation oder eines Nachweises einer bestätigten Infektion im Sinne des § 4a der Corona-Verordnung.
  • Zugleich ist für die Schulen wieder grundsätzlich Wechselunterricht angesagt.
  • Für SchülerInnen und Lehrkräfte in Präsenz gilt eine Testpflicht. (Sollte der Landkreis eine Inzidenz von 200 erreichen, müssen zudem Kitas schließen, nur die Notbetreuung bleibt erlaubt).
  • Menschen mit einem vollen Corona-Impfschutz wird die Testpflicht in bestimmten Bereichen künftig erlassen.
  • Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein.
  • Sport darf im Freien und geschlossenen Räumen nur noch kontaktlos alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts ausgeübt werden.
  • Auf weitläufigen Sportanlagen wie Golfplätzen oder Reitplätzen können auch mehrere Gruppen individualsportlich aktiv sein, wenn ausgeschlossen ist, dass sich die Gruppen untereinander begegnen.
  • ArbeitgeberInnen müssen zwei Corona-Tests pro Woche bereitstellen.
  • Bau- und Raiffeisenmärkte müssen schließen.

Hechingen

„Click & Collect“ statt Kundenverkehr in den Geschäften

Das Sozialministerium sieht in der Zulassung von Abholangeboten, dem sogenannten Click&Collect, keine Abweichung vom Gesetzentwurf des Bundes. „Der vorliegende Entwurf und die Beratungen über eine bundesgesetzliche 'Notbremse' deuten aus unserer Sicht darauf hin, dass auch der Bund Click&Collect weiter zulassen und nur die Öffnung für den Kundenverkehr untersagt sehen will“, betonte Amtschef Uwe Lahl. „Von einer Schließung von Abholstellen ist dort nicht die Rede.“ Gerade vor dem Hintergrund, dass man die bundesweiten Regelungen vorwegnehmen wolle, sei die Entscheidung konsequent und stütze auch den Handel, sagte er.

Und die Ausgangssperre in Reutlingen?

Im Landkreis gilt ab heute, Montag, 19. April, vorerst eine Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Mit der Bundes-Notbremse wird die Ausgangssperre ab Samstag, 24. April, auf 22 Uhr angehoben.
Unsicherheit herrschte lange Zeit, da der Gesetzentwurf der Bundesregierung eine Ausgangssperre ab 22 Uhr vorsieht. „Die Zeiten sind jetzt nicht danach, Vorhaben zu lockern“, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Die Situation ist prekär, auch auf den Intensivstationen.“
Nun wollen die Fraktionen von Union und SPD im Bundestag den Gesetzentwurf der Bundesregierung aber noch ändern und bei den Ausgangssperren aufweichen. Demnach soll es Ausgangsbeschränkungen von 22 Uhr bis 5 Uhr geben - eine Stunde später als zunächst geplant. Joggen und Spaziergänge sollen bis Mitternacht erlaubt bleiben, allerdings nur alleine.

Ausnahmen für die Ausgangsbeschränkung gelten für:

  • die Ausübung beruflicher Tätigkeiten und wichtiger Ausbildungszwecke
  • die Inanspruchnahme medizinischer und veterinärmedizinischer Leistungen
  • die Begleitung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger
  • Sorge- und Umgangsrecht und die Begleitung Sterbender und Personen in akut lebensbedrohlichen Zuständen
  • Ebenso die Handlungen zur Versorgung von Tieren, z.B. Gassi gehen oder füttern,
  • der Besuch von religiösen Veranstaltungen,
  • Veranstaltungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung
  • oder der Besuch von Versammlungen.