Das Robert-Koch-Institut hat Südtirol offiziell als Risikogebiet für den Coronavirus eingestuft. Deswegen hat das baden-württembergische Kultusministeriums am Freitag alle Schulen und Kindertagesstätten im Südwesten darüber informiert, dass ab sofort alle Personen, die in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet – nun also auch aus Südtirol – zurückgekehrt sind, vorsorglich 14 Tage zu Hause bleiben sollen. Und das sind viele, auch im Landkreis Reutlingen. Festzuhalten ist aber nach wie vor: Im Landkreis Reutlingen gibt es keinen einzigen bestätigten Corona-Fall (Stand: 6. März, 15 Uhr).

Gesamter Landkreis von Warnung betroffen

Nach Informationen unserer Redaktion sind Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im gesamten Landkreis betroffen, aus Münsingen, Dettingen, Metzingen und Reutlingen sind Fälle von heimgeschickten Mitarbeitern oder Jugendlichen gemeldet. Kollegen oder Mitschüler, die in den vergangenen Tagen mit entsprechenden Reiserückkehrern in Kontakt waren, soll weiterhin zur Arbeit bzw. zur Schule gehen können. Erst wenn einer der Reiserückkehrer positiv getestet wird, werden auch seine Kontaktpersonen untersucht.

Entsprechend hektisch ging es am Vormittag in den Schulen und Betreuungseinrichtungen zu, als die Kinder aus ihren Klassen und Gruppen geholt wurden. Vor allem für jüngere Kinder muss ja eine Betreuungsmöglichkeit gefunden werden.

In den meisten Fällen müssen auch die Eltern unter häuslicher Quarantäne verbleiben, dann sind auch die Kinder betreut. Die Versorgung des Haushalts muss dann durch Freunde, Nachbarn oder verwandte geregelt werden.

Regeln für Arbeitnehmer

Fallen die Eltern aber nicht unter die Quarantänebestimmungen, dann greift das Infektionsschutzgesetz. Man muss zunächst klären, ob die Kinderbetreuung nicht anderweitig sichergestellt werden kann. Und vor allem gilt: Immer möglichst frühzeitig mit dem Arbeitgeber sprechen. Vielleicht kann man Homeoffice machen. Wenn die Versorgung des Kindes nicht sichergestellt ist, dann darf ein berufstätiges Elternteil zu Hause bleiben.

Regeln zur Quarantäne

bei der Quarantäne gibt es zwei Stufen. Die erste, zu denen jetzt die heimgeschickten Schüler und Lehrer zählen, gehört in den Bereich der Prävention und Vorbeugung. Sie ist zwar freiwilliger Natur, appelliert aber an die Vernunft der Betroffenen, den Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden und zu Hause zu bleiben.

Die zweite Stufe tritt in Kraft, wenn ein begründeter Verdachtsfall auftritt. Dann wird die Quarantäne auf Basis des Infektionsschutzgesetzes angeordnet. Wer sich dann nicht an die auflagen hält, kann mit Geld- oder sogar Freiheitsstrafen dafür in Verantwortung genommen werden.