CONTRA: Kräftezehrend und zeitraubend

PETER SWOBODA 23.04.2015

Zugegeben, frisch geputzte Fenster machen schon was her. Im wörtlichen Sinn erhellen sie die Wohnung. Doch das tun sie nicht nur im Frühjahr und nach dem so genannten Frühjahrsputz. Die Frage ist doch, wie sinnvoll ist es ein Mal im Jahr in einem großen Wurf die Wohnung zu putzen? Ist es nicht viel praktischer das Ganze auf mehrere Aktionen übers Jahr zu verteilen? Antwort: Aber ja! Denn für den Putzer bringt das gleich mehrere Vorteile mit sich. Zum einen muss er sich nicht in einer kräftezehrenden, mehrere Stunden dauernden Aktion verausgaben. Verteilt man den Wohnungsputz auf mehrere Tage im Jahr, wird nicht nur die Wohnung genauso sauber wie bei einem großen Frühjahrsputz, der Putzer kann sein Tun auch richtig genießen - Häppchen für Häppchen. Das fördert die Motivation des Betroffenen und er hat Schritt für Schritt seine Erfolge sichtbar vor Augen. Darüber hinaus hat er Kraft und Zeit für andere Dinge: Wäsche waschen, Essen kochen, Kuchen backen, sich mit Freunden treffen, Fußball im Fernsehen schauen, Zeitung lesen und vieles mehr. Er könnte freilich auch etwa am heutigen Tag des deutschen Bieres in seiner Lieblingskneipe ein herrliches Helles auf eben dasselbe heben. Der Möglichkeiten gibt es viele, wie man sieht. Unsere kleine Argumentationskette gegen den Frühjahrsputz zeigt schon deutlich auf, dass der Mensch sein Leben besser ohne ihn organisieren sollte, er tut sich einfach leichter, wie man so schön sagt. Eine große Gefahr besteht allerdings, er könnte dabei gänzlich das Putzen vergessen, weil ihm ganz einfach andere Dinge im Kopf herumfahren. Und pfiffig, wie der Mensch nun halt mitunter ist, würden ihm tausend Argumente einfallen, einen der geplanten Putztermine nicht wahrzunehmen. Das ist irgendwie naheliegend. Diesem Menschen muss man dann eben schonungslos nahebringen, dass er sich zum Putzen zwingen muss!