Metzingen Christen feiern grenzenlos

Pfarrer Hermann Weiß (links) und Pfarrer Martin Winter gehören zum Vorbereitungsteam des ökumenischen Gottesdienstes während des Stadt- und Heimatfestes. Die Andacht steht unter dem Motto „Grenzenlos glauben“.
Pfarrer Hermann Weiß (links) und Pfarrer Martin Winter gehören zum Vorbereitungsteam des ökumenischen Gottesdienstes während des Stadt- und Heimatfestes. Die Andacht steht unter dem Motto „Grenzenlos glauben“. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 11.07.2018

Manche Metzinger können mit Stolz darauf verweisen, dass ihre Familie schon seit Generationen im Ermstal verwurzelt ist. Andere kamen erst vor wenigen Jahren hierher, weil sie eine gute Arbeitsstelle fanden oder ihnen die hiesige Landschaft besonders gut gefallen hat. Doch egal, ob Alteingesessener oder Zugereister, für alle ist Metzingen ihre Heimat. Und jeder einzelne trägt seinen Teil dazu bei, der Stadt ihr ganz eigenes, unverwechselbares Gepräge zu geben. Besonders deutlich wird das wieder ab Freitag, wenn die Metzinger gemeinsam feiern, sich, ihre kleine, große Stadt und die Freude am Leben. Zum festen Programm des Festwochenendes gehört dabei der ökumenische Gottesdienst, zu dem der Arbeitskreis christlicher Kirchen am Sonntagmorgen ab 10 Uhr unter dem Motto „Grenzenlos glauben“ auf den Kelternplatz einlädt.

Harmonischer Klang

Zum Gottesdienst rufen am Sonntagmorgen die Glocken der Martinskirche, der Friedenskirche und der Bonifatiuskirche gemeinsam. Ihr Klang fügt sich dabei so harmonisch zusammen, dass die Melodie des „Te Deums“ über der Stadt schweben wird. Den Festgottesdienst besuchen werden auch zahlreiche Gläubige der kroatischen und italienischen Gemeinde. Sie sind bei der Bonifatiusgemeinde angesiedelt, haben eigene Pastoralreferenten und halten auch muttersprachliche Gottesdienste ab, wie Pfarrer Hermann Weiß erklärt. Obwohl mitunter sprachliche Hürden zwischen den Katholiken deutscher und ausländischer Zunge stehen, verbindet die Menschen doch der christliche Glaube, betont Pfarrer Weiß. Ein Glaube, der ihnen zugleich Heimat gibt.

Zur neuen Heimat geworden ist Kroaten und Italienern längst auch das schwäbische Metzingen. Viele ihrer Eltern oder Großeltern folgten einst dem Ruf der hiesigen Industrie, die junge Generation kennt die alte Heimat oft nur von Urlaubsreisen. Sie fühlen sich als Metzinger. Auch darauf wollen die Kirchen mit ihrem Motto für den ökumenischen Gottesdienst aufmerksam machen. „Die Menschen sollen sich hier angenommen fühlen“, betont Hermann Weiß.

Einen Platz auf dieser Erde Heimat nennen zu können, ist eine tolle Erfahrung, sagt auch Pfarrer Martin Winter. Eine fremde Sprache bilde dabei keine unüberwindbare Grenze, „es ist leicht, sich darauf einzulassen.“ Wer diesen Schritt wage, dem eröffne sich zugleich die Chance,  die eigene Glaubenssprache und -tradition  aus einem anderen, ganz neuen Blickwinkel zu sehen und zu begreifen.

Während sich also auf Erden viele Schlagbäume beiseite räumen lassen, verläuft zwischen der himmlischen Sphäre und der schnöden Welt eine Grenze, die manchem unüberbrückbar erscheint. Nicht jedoch für Christen. Den Himmel auf die Erde zu holen, ist möglich, sagt Pfarrer Martin Winter. „Das ist etwas Tolles.“ Die Freude darüber, dass diese Grenze durchlässig geworden ist, solle mit einem bunten, fröhlichen Gottesdienst zum Ausdruck kommen. Sinnbildlich dargestellt ist das auch im Logo des Gottesdienstes, auf dem blühende Blumen die beiden Sphären miteinander verbinden.

Als erstes Lied für die Andacht auf dem Kelternplatz haben die Organisatoren übrigens „Großer Gott wir loben dich“ ausgesucht. Den Choral soll jeder in seiner Muttersprache singen, das Lob Gottes wird also in verschiedenen Zungen zu hören sein. „Wir sind schon gespannt“, sagt Pfarrer Hermann Weiß, „wie das dann zusammen klingt.“

Das Programm des Stadt- und Heimatfestes

Der ökumenische Gottesdienst beginnt am Sonntag um 10 Uhr auf dem Kelternplatz. Mitgestaltet wird er vom Posaunenchor und einem Singteam unter Leitung von Kantor Stephen Blaich. Falls es am Sonntagmorgen regnet, wird der Gottesdienst in eine Kelter verlegt.

Das Stadt- und Heimatfest beginnt am Freitag um 18 Uhr. Die Eröffnung mit Fassanstich ist auf der Festbühne am Kelternplatz. Von 20 bis 23 Uhr gibt es Unterhaltung mit „James Bomb“.

Am Samstag ab 10 Uhr zieht der Festzug durch die Innenstadt. Auf dem Kelternplatz beginnt das Programm am Samstag um 12 Uhr. Zu hören und zu sehen sind etwa die Hofbühlmusikanten, die Musical-Werkstatt, die Breakdancer der TuS, eine Bauchtanzgruppe und die TuS-Turner. Ab 19.45 Uhr spielt „Paradigma Shift“, danach sind „Ernest and the Hemingways“ an der Reihe.

Am Sonntag gibt es ab 12 Uhr ebenfalls ein sportlich-musikalisches Programm auf der Festbühne.

Der Rummelplatz auf dem Konrad-Andenauer-Platz ist ab Freitagnachmittag offen. Es gibt Boxautos, ein Karussell, Fahrgeschäfte und einen Schießstand. Geöffnet ist auch am Montag von 13.30 bis maximal 19.30 Uhr.

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