Metzingen Burritos aus dem Paketfahrzeug

Viel zu entdecken und zu probieren gab es am Wochenende für Besucher des Streetfood-Festivals in der Kelternstadt.
Viel zu entdecken und zu probieren gab es am Wochenende für Besucher des Streetfood-Festivals in der Kelternstadt. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Kirsten Oechsner 15.04.2018
Streetfood war am Wochenende in aller Munde: Das kulinarische Festival lockte viele Neugierige und bot ausgefallene Kost aus aller Welt.

Direkt von der Hand in den Mund: Kulinarisch gesehen ist das nichts neues. Gehegt und gepflegt wird diese Form des Essen schon lange – in Imbissbuden und Co. Und doch ist sie in neue Dimensionen vorgestoßen. Streetfood nennt sich der Trend: Am Wochenende machten 16 Foodtrucks in Metzingen Station – die kulinarischen Köstlichkeiten kamen an.

Hippe Snacks

Mobil sein, die Küche immer dabei haben – das ist in. Auf engstem Raum wird gebrutzelt und gekocht, immer frisch und in stets hoher Qualität. Das Auge isst dabei mit, schon aus der Ferne: Die gute alte mobile Imbissbude mit Wohnwagen-Flair hat ausgedient, knallgrün, pink oder in edlem Schwarz präsentieren sich die hippen Foodtrucks.

Heike Fürle hat sich für knalliges Gelb entschieden, ihrer rollenden Küche sieht man die Vergangenheit als Paketfahrzeug nicht an. Seit vier Jahren zieht sie von Nürnberg aus durch Süddeutschland, macht den Menschen Lust auf Burritos. Die fränkische Metropole gilt als Hochburg für Foodtrucks, von dort aus ging die Welle los erzählt sie: „Wir waren der fünfte Foodtruck in der Stadt“.

Koch mit Mission

Heike Fürle gehört damit zu den Erfahrenen in der Szene, seit einem Jahr mit ihrem Foodtruck auf Tour sind die Jungs von „El Seco“ aus Stuttgart: „Wir haben eine Mission“, erzählt Guillermo Miranda. 2013 kam der Koch aus Ecuador in die Landeshauptstadt, nun möchte er die Küche aus seiner Heimat im Ländle bekannt machen. Und die kommt tatsächlich an, wie Partner und Landsmann Carlos Vallejo erzählt: „Unser Klientel sind nicht gerade Lations.“

Die Schwaben seien ihren Erfahrungen nach sehr neugierig auf die ecuadorianische Küche – zumal sie gar nicht so weit entfernt von der eigenen sei: „Wir essen auch gerne Deftiges mit viel Soße“, erklärt Miranda, deshalb habe man auch ein traditionelles Schmorgericht im Angebot.

Dazu gibt’s sozusagen gratis jede Menge animierende Latinomusik und ein Truck, der Lust auf Ecuador selbst macht: Lamas und die Anden zieren das fahrende Mini-Restaurant auf der einen, Strandszenen auf der anderen Seite.

Die kulinarische Welt zu Gast

Von Ecuador nach Kärnten ist‘s nicht weit – bei der zweiten Auflage des Streetfoodfestivals jedenfalls liegt Österreich direkt gegenüber. Im Angebot: Traditionelle Kärntner  Nudeln in verschiedenen Varianten – unter anderem mit Spinat und Schafskäse oder auch süß. Die Esslingerin Bea Virnau importiert sie aus der Heimat, dort werden sie vom Bruder hergestellt: „In der Saison bin ich im Umkreis von rund 200 Kilometern jedes Wochenende unterwegs“, erzählt sie.

Die Lust auf Neues und Ungewöhnliches lockte die Menschen am Wochenende in die Metzinger Innenstadt, die Welt war zu Gast auf dem Streetfoodfestival und die Qual der Wahl fiel dabei schwer: Bürger de luxe mit Edelzutaten waren ebenso der Renner wie Pulled Pork im Brötchen. Bei der Herstellung der Fleischspezialität konnten die Besucher zwar nicht zuschauen, aber riechen: Der Smoker lief rund um die Uhr direkt neben dem Foodtruck, zwölf Stunden garte das Fleisch darin – frischer geht’s nicht.

40 Bewerbungen

Brezen-Varianten aus Regensburg, Frozen Jogurth aufgepeppt mit Gummibärchen, Schokolade und mehr oder Köstlichkeiten aus „Tausend und einer Nacht“: Die kulinarische Vielfalt war groß und hätte noch großer sein können: 40 Bewerbungen hatte Veranstalter Zilbear Dzaferi vorliegen, 16 Foodtrucks bekamen den Zuschlag.

Viele Besucher waren gezielt zum Streedfood-Festival gekommen, andere blickten mit einem Mega-Eisbecher-Togo am Samstag indes etwas enttäuscht aufs Angebot: „Wir wussten nichts davon, haben uns das Eis gekauft, sind um die Ecke gebogen und haben die vielen tollen Foodtrucks gesehen“, erzählt ein junges Pärchen. „Wir sind aber komplett satt.“

Das vielseitige Angebot und die lässige Atmosphäre hat Lust auf mehr gemacht: „Wir kommen am Sonntag wieder.“ Da blieb wohl nicht nur bei den beiden die Küche kalt.

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sogenannte Food-Trucks säumten am Wochenende die Metzinger Innenstadt. Auf die Hand gab es kulinarische Einblicke in die Kochtöpfe der Welt.

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