Grafenberg Bunt, kreativ und einmalig

Gutes Wetter und satte Farben machten Kunst am Weg zu einem erfolgreichen Pilotprojekt.
Gutes Wetter und satte Farben machten Kunst am Weg zu einem erfolgreichen Pilotprojekt. © Foto: Mara Sander
Mara Sander 13.06.2018

Mit dem Konzept „Kunst am Weg“ hat die Gemeinde Grafenberg am Sonntag sehr erfolgreich eine neue Möglichkeit aufgezeigt, um Kreativität und Schönheiten im Ort zu entdecken.

1000 Besucher

Einzeln gezählt werden konnten die Besucher nicht, aber übereinstimmende Schätzungen mehrerer Beteiligter weisen auf mehr als 1000 Besucher hin. Auf insgesamt rund zwei Kilometern gab es bis zu 40 verschiedene Möglichkeiten, Halt zu machen, um künstlerische Werke zu bewundern und mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Anziehungspunkt war besonders auch das kleine „Künstlerdorf“ im Garten Schmon, in dem auch Bilder an Bäumen präsentiert wurden.

Statt einer Hobbykunstausstellung in Rathaus, Kelter oder der Rienzbühlhalle mit den obligatorischen Stellwänden, hatten die Organisatoren eine andere Idee.  Das Team aus kreativen Menschen aus Grafenberg oder mit Bezug zum Ort, haben Gleichgesinnte eingeladen, ihre Werke einmal anders zu präsentieren. Dafür holten sie auch die Grafenberger Bewohner mit ins Boot und fragten, ob sie besondere Plätze zur Verfügung stellen, wie Garagen, Scheunen oder Gärten. Zudem haben sie auch selbst Stationen in der Gemeinde dazu ausgesucht.

Jeder Künstler konnte entlang eines Weges, der vom Kindergarten Brunnäcker bis hinauf auf den Grafenberg führte, seinen „Stand“ selbst gestalten. Im idyllischen Ambiente einer überwachsenen Terrasse oder im Naturgarten Schmon kamen die kreativen Werke zu Geltung. Aber auch ein Banner an der Gartenmauer zog die Blicke der Besucher auf sich: Die Fotografien von Rudolf Rampf mit Porträts von Menschen aus aller Welt sind nicht an den typischen Stellwänden präsentiert worden.

Thomas Mondl hatte mit Schrottfiguren und alten Ziegeln den historischen Ziehbrunnen besonders zur Geltung gebracht. Der Motorsägenkünstler Walter Schwarz arbeitete indessen auf dem Grafenberg an neuen Skulpturen. Ein Blickfang neben der schönen Rundumsicht war auch sein aus einer Nussbaumgabel geformter Adler. „Der Wuchs in Form von Flügeln gab die Gestaltung des Adlers vor“, erklärte der Künstler.

„Grafenberg hat wirklich viel zu bieten“ oder „es macht Spaß den Ort und die künstlerischen Fähigkeiten zu entdecken“, war mehrfach von den Besuchern zu hören. „Toll, das ist viel schöner als in einer Halle von Stand zu Stand zu laufen“, sagten wiederum andere. Viele fragten, ob es „Kunst am Weg“ jetzt regelmäßig geben werde. Bei derart positiver Resonanz auf das Pilotprojekt, sei das durchaus denkbar, war dazu vom Organisationsteam zu erfahren. Die Besucher kamen aus der Umgebung ebenso wie aus der Gemeinde selbst. Sie waren unterwegs, um an ungewöhnlichen Orten die kreativen Werke der Hobbykünstler anzuschauen. Es waren teilweise seltene Stücke, wie eine von Roland Barthelmeß selbstgebaute Kastenleier oder seine „Grafenberger Pyramide“, die der Handwerkskunst aus dem Erzgebirge nachempfunden ist.

Schnittlauch mal anders

„Schnittlauch“ war kein Gemälde oder eine Kräuterzucht, sondern die Beschreibung für Taschen aus zerschnittenen alten Feuerwehrschläuchen. Das vielfältige Programm bot auch den Kleinsten etwas: Kinder durften im Rathaus Keramik bemalen und entwickelten dabei große Talente. Mit Acryl bemalte Kieselsteine von Elvira Eger wurden gern als Andenken gekauft, wie auch die Betonblumentöpfe der Kindergartenkinder „Brunnäcker“, die jetzt auf manchen Terrassen und Balkonen stehen werden.

Den Künstlern selbst hat diese neue Möglichkeit, ihre Werke einmal anders zu präsentieren, gut gefallen. „Interessante Gespräche“ nannten fast alle als einen Grund dafür, denn es ging nicht darum, möglichst viel zu verkaufen, sondern um das Projekt an sich „Kunst am Weg“ zu entdecken.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel