Metzingen / HARTMUT HOLDER  Uhr
Dass Chemie und Brandschutz eng miteinander verknüpft sind, wollen zwei Gruppen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums beweisen. Mit ihren Projekten wollen sie bei "Jugend forscht" an den Start gehen.

Endspurt ist bei Leo Scheibe, Carolin Langner und Julian Strähle angesagt. Am 20. und 21. Februar wollen die Gymnasiasten in der Aichwaldhalle in Altensteig ihre Ergebnisse beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" der Jury präsentieren.

Die Drei haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen Gips zu entwickeln, der ohne menschliche Unterstützung das frühzeitige Löschen eines Brandes ermöglicht. "Das wird erreicht, indem der Gips mit basischem Magnesiumcarbonat vermischt wird", erklärt Carolin Langner. Wie Leo Scheibe ergänzt, gibt das Gemisch beim Erhitzen Kohlenstoffdioxid und Wasser ab. "Die Idee unserer Arbeit kam uns schon früh, als wir im Chemieunterricht das Thema Wasser behandelten und wir erfuhren, dass Gips beim Anrühren Wasser aufnimmt und beim späteren Erhitzen wieder abgibt", ergänzt Julian Strähle.

In den zurückliegenden Monaten haben die drei Gymnasiasten ordentlich Gips gerührt und sogar ein kleines Brandhaus konstruiert, in dem sie das Verhalten der Mischung im Brandfall im Vergleich zu normalem Gips untersucht haben.

Ebenfalls mit dem Thema Brandschutz setzen sich Nicoletta Nosalski, Robert Neumann sowie Marian Spannowsky auseinander. Im Gegensatz zu ihren Mitschülern wollen sie aber erst im nächsten Jahr beim Wettbewerb antreten. Bis dahin wollen sie sich noch intensiv ihrem Brandschutzlack für Holz widmen.

"Holz ist der Rohstoff der Zukunft. Mit seiner Nachhaltigkeit weckt er das Interesse vieler Bauherren", erklärt Robert Neumann. "Brandschutzlacke für Holz sind jedoch rar", so Nicoletta Nosalski weiter. Die Wenigen, die es gibt, sind entweder teuer, umweltschädlich oder schwer herzustellen, haben die Drei herausgefunden. "Diese Nische versuchen wir mit unserem Forschungsprojekt zu nutzen", vervollständigt Marian Spannowsky. Die Drei wollen jetzt einen günstigen, umweltfreundlichen und leicht herstellbaren Brandschutzlack entwickeln. Das Grundprinzip sind Salze, denen eine feuerhemmende Wirkung nachgesagt wird. Sie werden in einem handelsüblichen Lack gelöst. Die Gymnasiasten tragen die Farbe auf Holzbretter auf, um bei einer anschließenden Feuerbeaufschlagung das präparierte Holz zu untersuchen.

Betreut werden die Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiusms von Chemielehrer Wolfgang Bohn, der in den vergangenen Jahren schon etliche Gruppen bis ins Bundesfinale begleitet hat. Bei den aktuellen Projekten profitieren die Schüler von seiner Erfahrung als aktivem Feuerwehrmann.