Segelfliegen Blitz und Donner kosten Punkte

Gewitterwolken sind für Segelflieger eine Herausforderung.
Gewitterwolken sind für Segelflieger eine Herausforderung. © Foto: Privat
Grabenstetten / swp 18.07.2018

Jürgen Theiss versuchte am Sonntag einen schnellen Flug in Richtung Osten, immer nah an der Vorderseite der Gewitterwolken, wo es mächtige Aufwinde gibt. Gleich nach dem Start erwischte ihn der erste Regenschauer bei Donnstetten. Danach ging sein Plan vorerst auf und er konnte bis Donauwörth (Bayern) mit 200 Stundenkilometern an den Wolken entlang jagen, immer wieder aufgeschreckt durch Blitze, Regen und sogar ein paar Hagelkörner auf seinem Kurs.

Keine Punkte ohne Heimflug

Auf dem Rückweg wurde er von den Gewittern immer weiter nach Süden abgedrängt. Er wollte zuerst noch den Versuch wagen, zwischen zwei Gewittern durchzustoßen und nach Grabenstetten zurück zu fliegen, entschied sich aber schließlich doch zur sicheren Landung auf dem Flugplatz in Giengen an der Brenz. Ohne Rückkehr zum Heimatflugplatz zählt der Flug allerdings nicht für die Ligawertung – eine neue Regel, die zu Beginn dieser Saison eingeführt wurde.

Auch Fluglehrer Severin Schneider und die Nachwuchspilotin Cara Brujmann versuchten gemeinsam im Doppelsitzer einen Flug bis Mindelheim im Unterallgäu. Auf dem Rückweg mussten sie aber den Hilfsmotor einsetzen und schließlich vor einer Regenwand auf dem Flugplatz Laichingen zu Boden gehen, wo sie das vereinseigene Flugzeug sicher in der Halle unterstellen durften. Für die Liga war auch dieser Flug eine Nullnummer.

Ein Wertungsflug gelingt

Einzig Silvan Meckelnburg hatte Erfolg: Am Samstag war er eher kleinräumig auf der westlichen Schwäbischen Alb unterwegs, und sicherte so wenigstens einen Liga-Flug mit einer stattlichen Geschwindigkeit von 108 Stundenkilometern. Drei solcher Flüge hätten für einen Spitzenplatz gereicht, aber mit nur einem einzigen war gerade noch Platz 28 drin für die Flieger von der Vorderen Alb. Ein kleiner Trost ist, dass sich die Auswirkung in der Tabelle in Grenzen hält: Dank eines recht üppigen Polsters nach hinten zieht nur der Luftsportverein Homberg/Ohm (Hessen) an Grabenstetten vorbei, und Grabenstetten steht mit Rang fünf  immer noch auf einem Aufstiegsplatz. Den Rundensieg holte sich einmal mehr der Tabellenführer Steinwald (Oberpfalz).

Unterdessen bereiten sich die Segelflieger auf ein Großereignis vor: Ab dem 30. Juli veranstaltet die Fliegergruppe Grabenstetten in der Albgemeinde die Deutschen Segelflug-Meisterschaften der Junioren. 65 Piloten bis 25 Jahre aus ganz Deutschland sind dann auf der Schwäbischen Alb zu Gast.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel