Unter Blaumeisen grassiert seit Wochen eine tödliche Seuche. Viele der kleinen Meisen seien in diesem Frühjahr dem Erreger Suttonella ornithocola erlegen, teilte der Nabu mit.

Bis zum 18. Mai dem Naturschutzbund melden

Er rief dazu auf, am vergangenen Wochenende eine Stunde lang die Vögel im Garten, am Fenster oder auf dem Balkon zu beobachten und zu zählen. Die Teilnehmer können die Ergebnisse der Aktion „Stunde der Gartenvögel“ bis zum 18. Mai dem Naturschutzbund melden.

30.000 tote oder kranke Blaumeisen gemeldet

Dem Nabu wurden dem Bundesgeschäftsführer Leif Miller zufolge bereits über 30.000 tote oder kranke Blaumeisen gemeldet. Wie sich die Seuche langfristig auf den Bestand auswirkt, ist unklar. „Im besten Fall können die überlebenden Meisen in diesem Jahr besonders erfolgreich brüten, da sie weniger Konkurrenz haben als normalerweise“, sagte er. Im schlechtesten Fall beginne ein andauernder Abwärtstrend des Blaumeisenbestands.

2019 mehr als 76.000 Vogelfreunde beteiligt

Im vorigen Jahr beteiligten sich laut Nabu mehr als 76.000 Vogelfreunde an der Zählung, die zusammen mit der „Stunde der Wintervögel“ als größte wissenschaftlichen Mitmach-Aktion bundesweit gilt. In Mecklenburg-Vorpommern hatten sich 2019 mehr als 1500 Vogelfreunde beteiligt und Beobachtungszahlen aus 1023 Gärten gemeldet. Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet wurde.