Hülben Bei schönem Wetter kann jeder

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Kirsten Oechsner 25.11.2013
Auch wenn die Sicht wegen dichten Nebels getrübt war, gab’s für die Teilnehmer an der Leseraktion einiges zu sehen: Drei Infotafeln beispielsweise, die im Rahmen der Wanderung offiziell eingeweiht wurden.

Er gilt einer der schönsten Wanderwege auf der Schwäbischen Alb: Der Gustav-Ströhmfeld-Weg. Ein Aussichtspunkt reiht sich entlang der 22 Kilometer an den nächsten, zudem ist die Strecke gespickt mit geologischen Besonderheiten und von Menschen geschaffenen Sehenswürdigkeiten. Der geologische Lehrpfad wurde bereits 1940 eingeweiht und wurde benannt nach Gustav Ströhmfeld, dem geistigen Vaters des Wanderwegenetzes des Schwäbischen Albvereins. Vor vier begann der mit dessen Neugestaltung und Neukonzeptionierung, am 15. September wurde der Gustav-Ströhmfeld quasi runderneuert wieder eröffnet.

Die Route führt von den Metzinger Weinbergen zum Florian und dem Jusi. Von dort aus geht auf dem Bergrücken zwischen Ermstal und Neuffener Tal bis zur Karlslinde bei Hülben und dem Albtrauf entlang zum Hohenneuffen.

Und dort oben, in unmittelbarer Nähe zu Hülben, aber bereits auf Neuffener Gemarkung kam am Freitag bei dichtestem Nebel eine Gruppe zusammen, die dennoch eines wollte: wandern. „Bei schönem Wetter kann das jeder“, meinte Reinhard Wolf, stellvertretender Landesvorsitzender des Schwäbischen Albvereins. Doch Albvereinler – es waren einige Vertreter der umliegenden Ortsgruppen auf die Alb gekommen – und Leser dieser Zeitung würden sich davon nicht abbringen lassen: „Auch wenn’s dreckig wird“, worauf Wolf hinwies, der die Strecke vor der offiziellen Begrüßung einmal abgegangen war.

Die führte zunächst zu einem Kunstobjekt, einer im Jahr 2000 vom Hülbener Künstler Karl Schwarz geschaffenen überdimensionalen Brille: „Sie soll eigentlich den Blick für die Landschaft öffnen“, so Wolf. Denn man befinde sich an einem der schönsten Aussichtspunkte entlang des Albtraufs, das Neckartal liege einem regelrecht zu Füßen: „Ich kann aber erzählen was ich will, sie müssen mir es glauben“, meinte er lachend – zu sehen war nichts außer einem durchgängigen Grau.

Auch bei herrlichem Wetter ist ein Naturphänomen von Laien mit dem bloßen Auge nicht sichtbar, sondern nur von Fachleuten erkennbar: Die Stelle befindet sich in mitten des Gebietes der Schwäbischen Vulkane. Die sind laut Wolf nicht so auffällig wie der Ätna oder andere Vulkanberge, sondern es handelt sich vielmehr um rund 360 röhrenartige Ausbruchstellen. Einer dieser Musterschlote befindet sich in einem ehemaligen Steinbruch unterhalb des Brillen-Standorts direkt an der Neuffener Steige, vom Gustav-Ströhmfeld-Weg ist’s ein Abstecher von rund 300 Metern. Dort, wie auch beim Einstieg die kurze Nebenroute, wurden am Freitag drei Info-Tafeln – entlang des Gustav-Ströhmfeld-Wegs werden es dereinst insgesamt 28 sein – offiziell eingeweiht, wofür die Brauerei Dinkelacker-Schwabenbräu 10 000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

Kurzweilig und informativ auch die zahlreichen Ausführungen von SAV-Landesvize Wolf: Die neue Beschilderung des Wegenetzes wurde ebenso angesprochen wie die Wasserarmut, die einst auf der Schwäbischen Alb herrschte. Auch die Geschichte der Kelten kam bei einem Abstecher zum Heidengraben nicht zu kurz.

Nach einer kurzen, aber unterhaltsamen und dennoch mit Fakten gespickten Wanderung, ging’s für die Mitläufer zum gemütlichen Teil über: Das Dinkelacker-Partymobil hatte auf dem Parkplatz Station gemacht – bei Bier, Gegrilltem und Musik klang der Ausflug bei netten Gesprächen aus.