Die Woche Peter Kiedaisch über die Diskussion um die Bäder Begehren hier, Dialog dort

Peter Kiedaisch.
Peter Kiedaisch. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Von Peter Kiedaisch 07.07.2018

Noch ist der Personenkreis derer, die über ein Bürgerbegehren den Neubau eines Kombibads auf dem Bongertwasen verhindern wollen, überschaubar. „Wir sind zu zehnt“, sagt Dieter Ernst. Er gehört dazu, ebenso stehen in der ersten Formation Dr. Heinz Kleineikenscheidt und Dr. Friedrich Lorch. Auf einer Liste von Ansprechpartnern erscheinen zudem die Namen Dr. Ulrich Lorch, Thomas Redlinger und Dr. Thomas Budde. Redlinger ist Sprecher des Zukunftsteams Stadtentwicklung, Budde gehörte dem Konsensus-Team an und hat sich dort als einer der wenigen gegen ein Kombibad ausgesprochen. Er könne nicht über das Wo entscheiden, ohne Was und Wie zu kennen, sagt er. Heute beginnen die Kombibad-Gegner damit, auf dem Wochenmarkt Unterschriften von wahlberechtigten Metzingern zu sammeln. Also von Deutschen und EU-Bürgern, die wenigstens seit drei Monaten ihren Wohnsitz in Metzingen haben und mindestens 16 Jahre alt sind. Knapp 1300 müssen die Frage „Sind Sie dafür, dass die vorhandenen Bäder saniert und erweitert werden sollen?“ mit Ja beantworten, dann ist ein Bürgerentscheid möglich. Ob es den braucht? Eigentlich sollte man glauben, Stadtverwaltung und Gemeinderat haben alles getan, um eine breite Öffentlichkeit am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Heinz Kleineickenscheidt ist da anderer Meinung. Am Ende, sagt er, haben 20 Mitglieder der Konsensuskonferenz die Empfehlung an den Gemeinderat erarbeitet: „Da stehen jedem Statistiker die Haare zu Berge.“ Es mag sein, dass Versicherungsmathematiker andere Rechenwege beschreiten, doch die 20 sind das Resultat eines repräsentativen Auswahlverfahrens. Zudem: Sie entschieden ja gar nicht, sondern empfahlen dem Gemeinderat. Der hatte das letzte Wort. Zumindest vorerst. Nur ein Bürgerentscheid könnte daran noch etwas ändern. Auf eines aber sollten sich die Gegner des Kombibads nicht einlassen: Zu behaupten, ein neues Bad auf dem Bongertwasen wäre teurer als Frei- und Hallenbad zu sanieren und zu erweitern. Das ist nicht statthaft, so lange es keine verlässlichen Zahlen gibt. Nur die Kosten für die Sanierung der beiden Bäder sind bekannt: Das würde fast achteinhalb Millionen Euro teuer. Ohne jedwede Erweiterung. Am Donnerstag geht es übrigens im Gemeinderat ums Kombibad. Nach dem Wo beginnt jetzt Phase zwei des Bürgerdialogs mit den Fragen nach dem Wie und dem Was.

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