Noch bis zum 28. April zeigt das Stuttgarter Landesmuseum eine Sonderschau zum Thema „Faszination Schwert“. Zu sehen sind die mehr als 340 Objekte im Alten Schloss, darunter auch zwei Exponate aus dem Ermstal: Ein Schwert wurde in Glems entdeckt, das andere in Dettingen. Letzteres stammt aus dem 13. Jahrhundert, auf seiner eisernen Klinge sind die Namen der beiden wichtigsten christlichen Apostel, Petrus und Paulus, zu lesen. Gefunden worden ist es 1929.

Jenes aus Glems kam wenig später ans Tageslicht, als Georg Moser seinen Acker im Gewann „Oberer Brühl“ pflügte, wie es im Glemser Heimatbuch heißt. Moser nahm das 70 Zentimeter lange und immerhin 860 Gramm schwere, glänzende Schwert kurzerhand mit nach Hause und versteckte es dort. Erst in den 1950er Jahren berichtet er schließlich dem damaligen Schulleiter von seinem Schatz. Der Rektor schaltete sofort das Landesdenkmalamt ein, das umgehend wissenschaftliche Untersuchungen veranlasste. Dabei stellte sich heraus, dass das Bronzeschwert um das Jahr 1200 vor Christus gefertigt worden ist. Um Genaueres über den Gebrauch des Schwertes sagen zu können, untersuchten Fachleute auch die Fundstelle.

Schwert möglicherweise von Kelten genutzt

Zu Tage kamen dabei unter anderem Scherben aus der Römerzeit. Bürger aus dem Imperium ließen sich allerdings erst um das Jahr 100 nach Christus in der hiesigen Region nieder. Vielleicht, so die Experten, war das Schwert deshalb eine Dankgabe der römischen Siedler für errungene Erfolge. Zuvor könnte es in einem Heiligtum der Kelten aufbewahrt worden sein, wo es kultischen Zwecken diente. Womöglich gehörte das Schwert einstmals auch einem bedeutenden Mann, dessen weltlicher Ruhm heute freilich längst verweht ist. Für die Keltentheorie spricht laut Heimatbuch auch der Ortsname, der seine Wurzeln in der Sprache dieses einst in weiten Teilen Europas ansässigen Volkes habe. Außerdem solle der Grüne Fels einst eine keltische Opferstätte gewesen sein, heißt es im Heimatbuch.

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Die Ausstellung „Faszination Schwert“ ist noch bis zum 28. April im Alten Schloss in Stuttgart zu sehen, jeweils von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag und in den Ferien jeweils von 10 bis 18 Uhr. Montags, außer an Feiertagen, ist geschlossen. Geschlossen ist die Schau außerdem am Karfreitag, 19. April. Die Ausstellung beleuchtet das Schwert dabei nicht nur als Waffe, sondern befasst sich auch mit seiner Funktion in Religion und in der Propaganda. Nähere Infos und Bilder gibt es im Internet unter www.landesmuseum-stuttgart.de.