Menschen mit Einschränkungen können schon bald per Mausklick durch Metzingen. Unter "metzingen.huerdenlos.de" können sie sich über die Zugänglichkeiten verschiedener Gebäude informieren. Immer wieder wurde die Inklusionsbeauftragte der Stadt, Ute Kern-Waidelich, angesprochen wo man als Rollstuhlfahrer in Metzingen denn hingehen kann. "Da ist mir erst aufgefallen, dass es für Menschen mit Einschränkungen gar keine Informationsmöglichkeit gibt", verrät Kern-Waidelich.

Der neue digitale Stadtführer gibt den Nutzern einen Überblick über das Maß der Zugänglichkeit von Gebäuden und Plätzen. Auch Behörden, Cafés und Gaststätten, Arztpraxen und Geschäfte sollen auf der neuen Homepage aufgelistet werden. "Die Seite kann und soll dann ständig aktualisiert und verfeinert werden." Um die nötigen Informationen einzupflegen, gilt es nun erst einmal die verschiedenen Gebäude und Einrichtungen in Metzingen zu vermessen und genau unter die Lupe zu nehmen. Dafür hat die Inklusionsbeauftragte ein Team von zehn freiwilligen Helfern. Während eines Workshops am Samstag wurden sie für die Bedürfnisse behinderter Menschen sensibilisiert. Gefördert und unterstützt wurde der Workshop von der Lechler-Stiftung, den Stadtwerken und Erlösen aus dem letzten Sperrmüllflohmarkt.

Ausgerüstet mit Meterstab und Wasserwaage gilt es nun, die zahlreichen Erfassungsbögen über die unterschiedlichen Gebäude auszufüllen. Aber nicht nur nackte Zahlen, sondern viele entscheidende Informationen müssen gesammelt werden. Wie sieht es denn um das Gebäude herum aus? Gibt es Behindertenparkplätze? Wie sind die Wege? Ist eine Behindertentoilette in der Nähe? In einer kurzen Einweisung wurde den Helfern gezeigt, worauf es beim Ausfüllen der Erfassungsbögen ankommt. Gemeinsam mit Rudolf Distler, Entwickler der Software "huerdenlos" und selbst Rollstuhlfahrer, wurde das erste Metzinger Gebäude vermessen. Bücherei, Schwimmbad, Apotheken und die zahlreichen anderen Gebäude sollen dann im Laufe des nächsten Jahres aufgenommen werden. Demnächst werden auch kurze Fragebögen an Ladenbesitzer verteilt, um die wichtigsten Informationen schon vorab online stellen zu können. Nutzer können ihre Einschränkung eingeben und werden dann barrierefrei durch die Stadt geleitet. Damit auch Shoppingtouristen mit Behinderung von dem neuen Stadtführer profitieren können, strebt Kern-Waidelich außerdem eine Verlinkung mit der Homepage der Outletcity an. Um das spannende Projekt digitaler Stadtführer vorzustellen, findet am 1. Dezember im großen Sitzungssaal des Rathauses eine öffentliche Veranstaltung statt.