Spätestens im Jahr 2023 – und damit deutlich früher als bislang angenommen – soll der Metzinger Bahnhof wieder barrierefrei sein. Dann sollen Aufzüge am Gleis 1, am Mittelbahnsteig der Gleise 2 und 3 sowie am zukünftigen Gleis 4 den barrierefreien Übergang ermöglichen.

Bereits seit 2016 arbeiten die Deutsche Bahn AG und die Metzinger Stadtverwaltung intensiv daran, so schnell wie möglich einen barrierefreien Zugang zu allen Gleisen des Metzinger Bahnhofs zu schaffen. Allerdings sind die notwendigen Fachverfahren aufwendig und langwierig.

Vor etwa drei Jahren musste der bis dahin vorhandene „Karrenübergang“ im Zuge notwendiger Gleisbauarbeiten abgebaut werden. Dieser altgediente Überweg hatte bislang den Bahnsteig 1 mit dem Mittelbahnsteig 2 und 3 verbunden und konnte von Menschen im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder auch mit Fahrrädern genutzt werden.

Allerdings hatten sich zwischenzeitlich die gesetzlichen Bestimmungen geändert, und der alte Überweg entsprach nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. Der Bestandschutz entfiel. Mit dem unbefriedigenden Ergebnis, dass die Bahn gezwungen war, ihn abzubauen.

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Metzingen

Für Betroffene brachte dies erhebliche Beeinträchtigungen mit sich, wenn sie mit der Bahn von Metzingen nach Stuttgart oder aus Tübingen nach Metzingen fahren möchten. Denn dann müssen sie Umwege über den nächsten barrierefreien Bahnhof in Kauf nehmen, die die Fahrt um durchschnittlich 30 bis 40 Minuten verlängern. Nach Stuttgart muss zunächst von Gleis 1 nach Reutlingen gefahren werden, um dann barrierefrei in den Zug in Richtung Stuttgart umzusteigen. Von Tübingen kommend müssen Passagiere nach Nürtingen fahren und dann den nächsten Zug wieder in Richtung Tübingen nehmen, damit sie in Metzingen auf Gleis 1 aussteigen können. Nach Bad Urach gibt es aktuell nur die Möglichkeit, den Bus zu nehmen, der stündlich vom Metzinger Busbahnhof wegfährt oder an einem der Bahnhöfe auf der Strecke (zum Beispiel in Neuhausen) ein- und auszusteigen.

Der Stadt Metzingen war und ist es enorm wichtig, diesen nicht-barrierefreien Zustand schnellstmöglich zu beseitigen. Deshalb haben die Verantwortlichen sofort die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG aufgenommen. Zudem ist die Stadt auch finanziell in Vorleistung gegangen, um die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Allerdings sind diese Planungs- und Genehmigungsverfahren langwierig. Nun wurde signalisiert, dass voraussichtlich spätestens 2023 der Metzinger Bahnhof wieder barrierefrei sein wird.

2023 barrierefrei

Darüber hinaus ist die Inklusionsbeauftragte der Stadt Metzingen, Ute Kern-Waidelich, den Anregungen vieler engagierter Bürger nachgegangen und hat nach Übergangslösungen für die unbefriedigende Situation gesucht. Gemeinsam mit der Bahn sollen nun in besonderen Härtefällen individuelle Lösungen auf Kulanzbasis ermöglicht werden. Wenn also zum Beispiel einer Person im Rollstuhl das Umsteigen und die längere Fahrt nicht zumutbar erscheint oder tägliche Fahrten mit der Bahn zum Arbeitsplatz oder zur Schule notwendig sind, dann können sich die Betroffenen direkt bei der Inklusionsbeauftragten melden unter der Telefonnummer (0 71 23) 92 53 38 oder per E-Mail unter u.kern-waidelich@metzingen.de.