Metzingen Bahn plant wohl drei Aufzüge für den Bahnhof

Der Bahnhof in Metzingen könnte durch Aufzüge deutlich aufgewertet werden.
Der Bahnhof in Metzingen könnte durch Aufzüge deutlich aufgewertet werden. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Peter Kiedaisch 16.07.2018
Für den Bahnhof stellt die Bahn drei Aufzüge in Aussicht. Damit sollte die Barrierefreiheit gewährleistet sein.

Das Modul 1 der Regionalstadtbahn, also die Elektrifizierung der Ermstalbahn zwischen Bad Urach und Metzingen, wird teurer als zunächst angenommen. Das muss nicht verwundern, schließlich stammen die Zahlen aus dem Jahr 2013 und mussten jetzt nach oben korrigiert werden. Vertraglich ist ganz klar geregelt, dass 40 Prozent der Kosten der Landkreis trägt, jeweils 20 Prozent entfallen auf die Kommunen Metzingen, Bad Urach und Dettingen. Die müssen auch ihren Teil der Mehrkosten schultern, im Falle Metzingens sind das 80 000 Euro. Der Gemeinderat hat das am Donnerstagabend beschlossen.

Lediglich CDU-Stadtrat Holger Weiblen hinterfragte den Sinn der Regionalstadtbahn: „Wir bauen damit eine Technologie von gestern“, sagte er, „brauchen aber die Technologie von morgen.“ Gemeint hat er autonomes Fahren. Auf diesem Gebiet sei seinen Informationen zufolge schon bald mit einem Durchbruch zu rechnen.

Und die Regionalstadtbahn, braucht es die dann noch? „Notfalls müssen wir abspringen können“, empfahl Weiblen.

Zwar noch nicht gleich morgen, aber vermutlich noch vor den wie von Geisterhand gesteuerten Fahrzeugen wird der Metzinger Bahnhof barrierefrei. Das wurde am Rande der Gemeinderatssitzung ebenfalls bekannt. Die Erms-Neckar-Bahn (ENAG) hat die baurechtlichen Hürden für den Bau eines vierten Gleises im Metzinger Bahnhof genommen. Dieser Gleis vier dient einzig die Regionalstadtbahn an und ist ein Bauteil zum 30-Minuten-Takt auf der Strecke zwischen Metzingen und Bad Urach.

Die jetzt genehmigten Pläne hatten zunächst keinen Aufzug vorgesehen, weil ein Aufzug im Bahnhof allein nichts nützt. Zwar können Behinderte von jenem Gleis vier dann in die Unterführung gelangen, aber auf der anderen Seite nicht mehr raus. Jetzt, nach drei Jahren des steten Austauschs mit der Stadt Metzingen (federführend war Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler) hat die Bahn in Aussicht gestellt, für den Gleis eins und den Doppelgleis zwei und drei jeweils einen Aufzug einbauen zu wollen, wie Metzingens Baubürgermeisterin Jacqueline Lohde gestern auf Nachfrage bestätigte.

In dem Zusammenhang aber wird auch ein dritter Aufzug am Gleis vier sinnvoll, sodass er nachträglich in die Planung der ENAG aufgenommen wird. Die ENAG freilich baut nur das Gleis, für die Aufzüge ist die Bahn zuständig.

Vielleicht kann das als Indiz dafür genommen werden, dass der Interregio in Metzingen auch künftig halten wird, und zwar im Halbstunden-Takt. Würde die Bahn sonst viel Geld in drei Aufzüge stecken? Der zweispurige Ausbau der Wendlinger Schleife im Zuge des Projekts Stuttgart 21 jedenfalls macht’s technisch möglich. Allerdings soll Gleis vier im Jahr 2022 fertiggestellt sein, mit den Aufzügen wird es noch mindestens ein Jahr länger dauern.

Wann es in Metzingen einen Stadtbus geben wird, den FDP-Stadtrat Peter Reiff schon oft vehement eingefordert hat, ist indes nicht sicher. Fest steht allenfalls, dass die jährlichen Zuwendungen für die Linie 201 (von Glems über den Bahnhof Metzingen und die Max-Eyth-Straße ins Längenfeld), die Linie 7640 (von Metzingen nach Bad Urach), die Linie 202 (von Grafenberg über Neugreuth, Bahnhof Metzingen, Nürtinger Straße und Hart-Hölzle ins Hölzle) sowie die Linie 203 (vom Neugreuth, Bahnhof Metzingen, Nürtinger Straße, Gutenbergstraße und Riederich nach Mittelstadt) weiterhin von der Stadt mit insgesamt etwa 110 000 Euro bezuschusst werden. Stefan Köhler (FWV) empfahl, so schnell wie möglich bei Betrieben im Bereich der Carl-Zeiss-Straße nachzufragen, wann die Leute zur Arbeit kommen und wieder gehen. Drei Busbuchten, die dort derzeit nicht genutzt werden, könnten aktiviert werden. Ein dort eingesetzter Stadtbus würde auch die zugeparkte Straße entlasten.

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