Bad Urach / Gabriele Böhm  Uhr

Hunderte bummelten am Sonntag bei herrlichstem Wetter durch die Bad Uracher Altstadt. Der Antikmarkt zog einmal mehr ebenso Händler wie Schau- und Kauflustige an.  Antikes Küchengerät, Möbel, Gläser, Porzellanfiguren, Schmuck, Plüschtiere und Puppenstuben – man wusste nicht, wohin man zuerst schauen sollte. „Puppen selbst gehen grad gar nicht“, berichtet Händler Bodo Schwarz aus Schömberg. „Doch die Leute suchen nach Zubehör.“ Am Ende sei alles eine Preisfrage, denn kein Verkäufer nehme die Sachen gerne wieder mit nach Hause.

Viele Stammkunden schauen vorbei

Nebenan pries Giuseppe Cafisso aus Böblingen lautstark seine Ware an, von der das meiste noch auf dem Anhänger lagerte. Auch hier ein Sammelsurium aus antiken Schätzen. Es mache einfach Spaß, so Cafisso. Oft kämen Stammkunden, man könne einen Schwatz halten. Einige Stände weiter lockten Ölgemälde. Manch honorige Herrschaften ließen sich erwerben, um vielleicht daheim als eigene Vorfahren präsentiert zu werden. Ein Ehepaar aus Biberach hatte Bücher, Spiele und als Highlight ein Puppenbett aus dem 19. Jahrhundert im Angebot. Auch ein gusseisernes Waffeleisen fand seinen Abnehmer, allerdings nicht für die geplanten 25, sondern für 20 Euro – feilschen gehörte immer dazu. „Dees hot mei Muadr kett!“, hörte man oft, wenn ein Objekt aus der eigenen Kindheit auftauchte. „Ma sott oifach mehr Platz han“, seufzte mancher.

Münzen gibt es bei Toni im Zelt

Zwischendrin wurden auch Tipps weitergegeben. Zu Toni im Zelt müsse man gehen, wenn man Münzen und Geldscheine sammle, hieß es. Musikinstrumente, Schallplatten und CDs waren ein weiteres großes Gebiet. Manch Ehepaar diskutierte, ob etwas gekauft werden sollte oder nicht. Eine Dame aus England freute sich über „so many beautiful old things“ und erstand einen Kartoffelkorb. Setzte Erschöpfung ein, schufen Bratwurst, Waffeln, Eis oder die örtliche Gastronomie Abhilfe. Vertreten war auch das Trödellädle Benninger aus Reutlingen. Hier gab es in Originalpackungen von „Schradins Nähfäden“ oder „Ackermanns Schlüsselgarn“ fast schon museumsreife Stücke zu erwerben. Einige Besucher interessierten sich an einem Stand aus Riederich für ein skurriles Kästchen, aus dem auf Knopfdruck verschiedene Kartenfarben hochschnellten. „Das ist ein Trumpfanzeiger beim Skatspielen, hergestellt von Rowenta“, wusste die Verkäuferin. Niedliche Teddys und sommerliche Kleidung waren ebenfalls gefragt.

Am Ende sah man viele Gäste mit vollen Taschen zu ihren Autos streben.