Metzingen Ausverkauft zur Mittagszeit

Auch Mitglieder der italienischen Gemeinde nehmen am Maultaschenessen der Kolpingsfamilie teil. Foto: Mara Sander
Auch Mitglieder der italienischen Gemeinde nehmen am Maultaschenessen der Kolpingsfamilie teil. Foto: Mara Sander
Metzingen / MARA SANDER 28.01.2013
8079 Maultaschen der Metzinger Kolpingsfamilie und ihren Freunden und zahlreichen Helfern zu Gunsten der Aktion Lepra waren schon kurz vor 12.30 Uhr am gestrigen Sonntag ausverkauft.

Wie jedes Jahr zum Welt-Lepra-Tag hatte die Metzinger Kolpingsfamilie am Sonntag zum traditionellen Maultaschenessen eingeladen. Bereits eine Stunde vor Öffnung des Bonifatiussaales um 11 Uhr standen die ersten Gäste vor der Tür, wer nach 12.30 Uhr kam, hatte keine Chance mehr Maultaschen zu bekommen. 8079 Maultaschen waren entweder schon verspeist oder für daheim abgeholt.

Die Gäste kamen nicht nur aus Metzingen sondern aus den umliegenden Orten und haben sich selbst dabei etwas Gutes getan mit handgefertigten Maultaschen in der Brühe und Salat und dadurch geholfen, die Krankheit Lepra zu besiegen. Für nur 50 Euro kann ein Patient in den beiden Leprastationen in Brasilien, die die Metzinger Kolpingsfamilie über die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt, behandelt werden.

Lepra ist nämlich vollständig und einfach heilbar, hat aber eine Inkubationszeit von bis zu 30 Jahren, so dass auch in diesem Jahr wieder mehrere hunderttausend Menschen erkranken werden.

Lepra ist zwar die älteste beschriebene Krankheit der Welt aber dennoch vielfach unbekannt. Übertragen wird sie durch das Mycobacterium Lepra. Der Erreger befällt Haut und Nervensystem. Erste Anzeichen sind Hautflecken, die langsam gefühllos werden und als direkte Folge werden vor allem Hände und Füße gefühllos, und es treten Lähmungserscheinungen auf. Verletzungen bemerken die Patienten teilweise nicht, es entstehen chronische Entzündungen, die zu den für Lepra typischen Behinderungen führen.

"Lepra ist nicht ansteckend, sobald man sich der Behandlung unterzieht", betont die 37-jährige Brasilianerin Evelyne L., die noch in diesem Jahr geheilt sein wird. Der Ausbruch ihrer Krankheit erfolgte erst vor einem Jahr in Deutschland, wo sie sich eine Existenz aufgebaut hat. "Wir wissen von Anfang an, dass wir geheilt werden können. Im Unterschied zu einem Krebspatienten können wir sicher sein, dass es eines Tages beendet ist. Unser Leiden wird eines Tages Vergangenheit sein", sagt sie.

Und dazu haben wieder die vielen ehrenamtlichen Helfer der Kolpingsfamilie und aus der Kirchengemeinde beigetragen und alle, die Maultaschen gekauft oder etwas auf dem Trödelmarkt erstanden haben.

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