Wer Winteridylle gesucht hat, fand sie trotz strahlend blauem Himmel, Schnee und Eis am Wochenende an einem Ort sicher nicht: am Uracher Wasserfall. Der erwies sich einmal mehr als beliebtes Ziel für Ausflügler weit über den Großraum Stuttgart hinaus. Den Kennzeichen nach kamen die Besucher unter anderem aus dem benachbarten Bayern, aber auch aus Italien, Frankreich und Holland.

Warnschilder ignoriert

Ein entspannter Winterspaziergang sieht jedenfalls anders aus: Die Menschenströme von den Maisental-Parkplätzen in Richtung Naturspektakel rissen kaum ab, an manchen Engstellen und auch am Fuße des Wasserfalls war jedenfalls eines nicht möglich:  Abstand halten. Das konnten auch diejenigen nicht, die das Warnschild „Wasserfall gesperrt – Lebensgefahr“ ignorierten und den Aufstieg in Angriff genommen haben. Spätestens beim steilen Abstieg über die komplett vereisten Stufen folgte der Frust: Gefühlt ging’s nur zentimeterweise oder vom Baum zu Baum hangelnd vorwärts. An Abstand dachte bei so mancher prekären Situationen niemand mehr. Helfende, aber fremde Hände, wurden gerne genommen.

Wasserfall nicht komplett erstarrt

Und manch Ausflügler hatte sich mehr erhofft, als ihm letztlich geboten wurde: der Wasserfall präsentierte sich nicht als komplett gefrorenes Gebilde, nur an manchen Stellen hatten sich – wenn auch zum Teil riesengroße – Eiszapfen gebildet. Und wer sich erst etwas später zum Spaziergang aufgemacht hatte, erlebte eine Überraschung: In den Tälern ist die Sonne vielfach schnell weg, der strahlend blaue Himmel war dann zwar zu sehen – doch gerade am Wasserfall selbst war vieles zu sehen, aber schon früh keine Sonne mehr.