Beuren Auf Hochglanz poliert

Beuren / Margit Weber 23.08.2018

Oldtimer mit vier, zwei oder auch nur drei Rädern gaben sich kürzlich im Freilichtmuseum ein buntes Stelldichein. Nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ stellten die stolzen Oldtimerbesitzer ihre Fahrzeuge aus und gaben bereitwillig Auskunft über ihre Vehikel.

Es war ein großes Aufgebot im Freilichtmuseum, denn neben den vielen Oldtimern stehen auf dem Parkplatz dicht gedrängt die Fahrzeuge der Besucher. Im Inneren des ganzen Geländes stehen sie zwischen prall mit Obst voll hängenden Streuobstwiesenbäumen – die Oldtimer. Aus allen Richtungen waren sie angereist, um ihre Klassiker zu präsentieren. Teilweise sogar aus dem Ausland fahren sie mit ihren auf Hochglanz polierten Fahrzeugen und stellen sie stolz in die Reihe.

Ein Feuerwehr-Käfer

Die Freunde der Feuerwehrfahrzeuge kamen zudem voll und ganz auf ihre Kosten: Egal ob der alte VW Käfer, ein Bulli als MTW oder ein alter Magirus Deutz mit Drehleiter – sie leuchten in ihrem kräftigen Rot. Außerdem gibt es zu jedem Fahrzeug eine Geschichte. So wie die Magirus Drehleiter der Feuerwehr Bernhausen aus dem Jahr 1968. Gefahren wurde sie von Karl Fellner, der wie die Drehleiter inzwischen außer Dienst ist. Mit dabei auf dem Beifahrersitz machte es sich Rolf Schraitle bequem – er ging 1968 mit der Drehleiter in Bernhausen den aktiven Dienst, und 2013 nahm er mit der Drehleiter seinen Abschied in den wohlverdienten Ruhestand. Beide Männer strahlen mit der Drehleiter um die Wette. Stolz zeigen sie „ihr“ Fahrzeug, mit dem sie so manchen Einsatz gefahren sind.

Plötzlich ist eine Unruhe zu spüren, Türen gehen auf und werden zugeschlagen, der Abteilungsleiter hatte zur Abfahrt gerufen und schon ging’s los. Mit all den verschiedenen Sirenentönen, die es im Laufe der letzten 50 Jahren gab, fuhren die Feuerwehrautos mit großem Aufsehen davon.

Eine Wiese weiter findet sich eine weltweite Rarität – ein BMW 660 mit Schlafanhänger, der im Volksmund „Große Isetta“ genannt wird. Weltweit gibt es noch 16 Stück, wobei nur sechs davon fahrbereit sind.

Einer von ihnen war nun im Freilichtmuseum zu bewundern. Der Anhänger wurde einst zusätzlich als Boot gebaut, was sich jedoch nicht durchsetzte. Heute dient er als Schlafanhänger. Kinder standen mit großen Augen vor dem kleinen Fahrzeug, und konnten sich kaum vorstellen, vorn einzusteigen. „Papa, hat der vorne einen Kofferraum, denn da ist ein Griff dran?“, fragte einer der kleinen Besucher. Der Besitzer ließ den jungen Mann vorn einsteigen, und verblüffte ihn sehr damit.

Der dunkelgrüne Jaguar XK 140, Baujahr 1955, besticht wiederum mit seiner Schönheit. In einer Garage wurde er in einem jämmerlichen Zustand gefunden und komplett aufgebaut, wie Besitzer Thomas Mayer erklärte. „Dennoch finden wir ab und zu ein Holzklötzchen oder einen Baumarktwinkel, der nun wirklich nicht zum Auto gehört, aber es funktioniert alles“, erzählte er und scherzhaft. Die Besitzer des Jaguars, Thomas und Sabine Mayer aus Ludwigsburg, sind begeistert von dem Treffen im Freilichtmuseum Beuren. Sie kommen schon einige Jahre hier her. „In Beuren ist es am schönsten, dieses bezaubernde Ambiente hier zeichnet das Treffen aus“, sind beide begeistert. Ein bisschen Wehmut ist aber auch dabei: Auf dem Gelände darf nicht mehr übernachtet werden. Das Fachsimpeln und gemütliche Beisammensein der Sammler am Abend gehen dadurch leider verloren. Dabei mache das Zusammensein doch ein Treffen auch aus, erklären Mayers.

Einige Gäste teilen auch diese Meinung, und manch einer war traurig, als am Nachmittag die meisten Fahrzeuge auf und davon fuhren.

Ab wann ist das Auto ein Oldtimer?

Für manche Frauen ist es die magische Zahl, für Autos die Chance, eine H-Kennzeichnung zu bekommen.

Mit 30 wird aus dem Auto ein Klassiker, ein Oldtimer, wenn denn der Besitzer eine solche Kennzeichnung erhält. Es wird schließlich erst geprüft, ob alles stimmt.

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