Metzingen Auch Frauen dürfen duschen

Momentan kann witterungsbedingt an der Baustelle des Sanitärtrakts im Stadion nicht viel gearbeitet werden. Aber bis Herbst ist noch lange.
Momentan kann witterungsbedingt an der Baustelle des Sanitärtrakts im Stadion nicht viel gearbeitet werden. Aber bis Herbst ist noch lange. © Foto: Eva Focht-Rabel
EVA FOCHT-RABEL 03.03.2015
Es war dringend notwendig, die Sanitäranlagen im Otto-Dipper-Stadion zu modernisieren - seit dem Bau im Jahr 1961 wurde nicht viel verändert. Bis zum Rundenbeginn im Herbst soll der Neubau fertig sein.

Hochmodern war das Stadion, als es Anfang der 1960-er Jahre eröffnet wurde, mit zwei Rasen- und einem Hartplatz, einer 400-Meter-Aschenbahn und dem Sanitärtrakt samt Stadion-Gaststätte. Benannt wurde das Stadion nach Bürgermeister Otto Dipper, der von 1955 bis 1961 in Metzingen tätig war.

Bei den Sanitätsräumen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wenig getan, beispielsweise fehlte über die ganzen Jahre eine Duschmöglichkeit für Frauen. Langsam wurden aber die Räumlichkeiten nicht mehr tragbar, und die TuS Metzingen bot an, sich an den Kosten eines Neubaus beteiligen zu wollen. Dieses Vorhaben scheiterte aber aus finanziellen Gründen. Nach langer Vorbereitungszeit wurde im Gemeinderat im vergangenen Jahr ein Neubau beschlossen. Positioniert wird dieser am Tribünenplatz, und eine Überdachung Richtung Hauptspielfeld schützt auch einen Teil der Besucher auf der Tribüne vor den Unbilden der Witterung.

Die Umkleidekabinen sind im Neubau platzsparend auf zwei Stockwerken untergebracht, zudem wurde ihre Anzahl von vier auf acht verdoppelt. Auch die Anzahl der Duschkabinen wurde erhöht, künftig werden es statt bisher zwei deren fünf sein. Damit besteht in Zukunft auch für Frauen die Möglichkeit, unter die Dusche zu steigen.

Für Schiedsrichter, Betreuer und Lehrer sind separate Kabinen geplant. Diese werden so geräumig sein, dass auch Menschen mit Behinderungen sie nutzen können. Der Zugang zu den öffentlichen Toiletten ist dann auch unabhängig vom Spielbetrieb über eine außenliegende Rampe möglich. Diese Rampe dient im Übrigen auch dem barrierefreien Zugang und ist gleichzeitig ein Flucht- und Rettungsweg.

Da der Neubau direkt am Spielfeld liegt, ist es naheliegend, die Sprecherkabine in das Gebäude zu integrieren, gleichzeitig wird die Zuschauertribüne auf rund 100 Quadratmetern überdacht.

Das Gebäude hat insgesamt 290 Quadratmeter Nutzfläche. Für Heizung und Brauchwasser sorgen eine thermische Solaranlage mit Photovoltaik und eine Pelletsheizung.

Damit ist das Gebäude CO2-neutral, man liegt unter den Vorgaben der Energiesparverordnung. Fertig sein soll der Bau rechtzeitig zur Beginn der Spielrunde im Herbst. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro.

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