Zainingen Auch beim Musical zu Hause

Der alte Steinbruch als Konzerthaus: Ein Konzept des Musikvereins, das die Besucher nun bereits zum fünften Mal überzeugte.
Der alte Steinbruch als Konzerthaus: Ein Konzept des Musikvereins, das die Besucher nun bereits zum fünften Mal überzeugte. © Foto: Kirsten Oechsner
Zainingen / Kirsten Oechsner 20.06.2018

Aus dem Nichts haben die Akteure des Musikvereins Zainingen eine Open-Air-Arena mit Flair gezaubert: Zum inzwischen fünften Mal spielten die Musiker im alten Steinbruch zum Sommerkonzert auf und knapp 500 Zuschauer waren gekommen und zeigten sich von der Stimmung und dem Konzert begeistert. Die Atmosphäre an dem lauen Sommerabend war perfekt, selbst ein stimmungsvoller Sonnenuntergang am Horizont fehlte nicht.

Mitten in der Landschaft und weit außerhalb von Zainingen, aber musikalisch auf der Höhe der Zeit, präsentierten sich die 60 Musiker aus der kleinen Albgemeinde. Denn längst gehören nicht nur Märsche und Polkas zum Repertoire der Blasmusiker, sie sind bei den „Beatles“ ebenso zu Hause wie mit „My fair lady“ im Musical und auch den Abstecher in die keltisch-schottische Welt der Musik beherrschen sie. „By the spirit of the celts“ wurde der Musikverein mit seinem musikalischen Leiter Christoph Winkler an der Spitze von auf irischer Art und Weise tanzenden Mädchen des Sportvereins Zainingen begleitet. Spätestens bei dem Schottland-Klassiker „Highland cathedral“ hatte der eine oder andere Zuschauer eine Gänsehaut: Eike Buck begleitete die Älbler zudem stilecht gekleidet auf einem echten Dudelsack.

Einmal mehr wurde deutlich, dass der Musikverein keine Sänger „einkaufen“ muss, um ein in sich rundes Programm zu gestalten: Matthias Wurst gab dem einfühlsamen Andreas Gabalier-Song „Amoi seg ma uns wieder“ eine ganz eigene Note. Madlen Schönleber und Elisa Maier bewiesen mit „Hard rock cafe“ und „Knocking on heaven’s door“, dass sie auch abseits ihrer angestammten Instrumente große musikalische Talente sind. Letztere führte auch souverän durchs Programm, das durch einen Auftritt des Percussion-Ensembles der Musikschule Ehingen komplettiert wurde.

Musikalisch gesehen haben sich die Musiker aus Zainingen ein Ziel vorgenommen: Den Zuschauern so viel Abwechslung wie möglich zu bieten – das haben sie einmal mehr geschafft. Drei Proben hatten sie im Vorfeld im alten Steinbruch zu absolvieren und noch mehr Zeit investierten sie in der vergangenen Woche, damit das Publikum im abseits gelegenen alten Steinbruch einen Veranstaltungsort der Extraklasse vorfindet.

Bühne und Licht wurden eigens aufgebaut, der Strom dafür über eine Extraleitung herangeschafft. Und damit die Zuschauer nicht wie sonst oft bei Freiluftkonzerten üblich stehen müssen, hatten die Veranstalter bequeme Stühle bereitgestellt. Selbst an Fackeln hatten sie gedacht.

So einige Gags hatte sich der Musikverein auch einfallen lassen, unter anderem stand hoch oben am Steinbruch eine stilisierte Lok: Beim Lied „Oregon“, das eine Eisenbahnfahrt durch diesen US-Bundesstaat bis hin zum Pazifik beschreibt, fauchte die künstliche Lok immer wieder und spukte Qualm aus. Am Ende eines erlebnisreichen und an Höhepunkten reichen Konzertabends sollte sie noch eine Hauptrolle spielen beim Abschlussfeuerwerk – die Zuschauer quittierten die Leistung der Musiker und das wundervoll-inspirierende Ambiente mit langem Applaus.

500

Besucher zählte der Musikverein Zainingen bei seinem Konzert im alten Steinbruch. Das Open-Air-Sommerkonzert mit Feuerwerk bedachten sie mit viel Applaus.

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