Metzingen Attraktiver und ökologischer: Weinberge werden aufgewertet

Der Weinerlebnisweg lockt viele Besucher an. Von einigen Stellen aus bietet sich ein wunderbarer Blick auf die Sieben-Keltern-Stadt, die dem Weinberg zu Füßen liegt.
Der Weinerlebnisweg lockt viele Besucher an. Von einigen Stellen aus bietet sich ein wunderbarer Blick auf die Sieben-Keltern-Stadt, die dem Weinberg zu Füßen liegt. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 24.07.2018

Der Weinerlebnisweg des Förderkreises Metzinger Keltern (FMK) hat sich zu einer Touristenattraktion entwickelt. Seit 2015 bietet er den Besuchern die Möglichkeit, sich an verschiedenen Stationen über die vielen Facetten des Weinbaus im Ermstal zu informieren. Momentan können Besucher entweder eine Rundtour auf dem Metzinger oder auf dem Neuhäuser Weinberg absolvieren, beide Strecken sind etwa zweieinhalb Kilometer lang. Nun plant der FMK beide Teile besser miteinander zu verbinden, indem zwischen Hofbühl und Metzinger Weinberg weitere Stelen aufgestellt werden.

Ebenfalls möchte der Verein neue Stelen am Parkplatz Neuffener Steige aufstellen, um die Besucher besser zu lenken. Diese und weitere Ideen sind kürzlich im Gemeinderat vorgestellt worden. Einmütig billigte das ­Gremium dabei auch den Vorschlag der Stadtverwaltung, die weitere Zusammenarbeit zwischen dem FMK, der Weingärtnergenossenschaft und der Kommune bis zum Jahr 2021 zu regeln.

Ziel aller Bemühungen ist es, die Attraktivität der Metzinger Weinberge zu erhalten und zu steigern. Dafür ist die Stadt auch bereit, einen finanziellen Beitrag zu leisten. Um das Grüne Häusle herzurichten, gewährt sie beispielsweise für dieses Jahr einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro.

Außerdem beteiligt sie sich an der naturschutzfachlichen Aufwertung der Weinberge. Dafür stellt sie in den kommenden vier Jahren insgesamt 40 000 Euro bereit. Das entsprechende Konzept hat der Förderverein Metzinger Keltern von einem in Köngen ansässigen Büro für Tier- und Landschaftsökologie erarbeiten lassen. Das Ergebnis liegt seit Ende 2016 vor. Gefördert worden ist die Studie vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

30 Projekte sind im Konzept aufgelistet, im Blick haben die Verantwortlichen beispielsweise den Bau von Trockenmauern und Steinriegeln an den Metzinger Weinbergen. Ebenfalls sollen gebietsfremdes Gehölz entfernt, Nisthilfen geschaffen sowie Streuobstwiesen gepflegt werden. Umgesetzt werden die Ideen allerdings nicht auf einen Schlag, sondern Stück für Stück, zumal auch die Finanzierung erst geklärt sein muss.

Die Weingärtner und der Förderkreis Metzinger Keltern wünschen sich außerdem, dass die Stadt zwei bis drei zusätzliche Abfallkörbe am oberen Weg des Metzinger Weinbergs aufstellen lässt. Das sahen freilich nicht alle Stadträte positiv. Robert Schmid (FWV) beispielsweise fürchtet, die Leute könnten dann versucht sein, ihren Müll dort zu entsorgen. Auf dem Roßfeld gebe es keine Abfallbehälter, und dort liege auch kein Abfall herum, argumentierte Schmid.

Dr. Ursula Wilgenbus (FDP) sah es anders. Sie sei am Weinberg häufig mit Hunden unterwegs, bei der Gelegenheit habe sie dort auch schon eine chinesische Reisegruppe entdeckt, die sich an der schönen Landschaft erfreute. An stark begangenen Wegen, so Wilgenbus’ Schlussfolgerung, seien Papierkörbe in jedem Fall sinnvoll.

Peter Rogosch (FWV) erklärte, schon einmal habe das Gremium an die Erziehbarkeit der Bevölkerung geglaubt: „Das haben wir bitter bereut.“ Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler zeigte sich indessen zuversichtlich, dass die Stadt bei den Mülleimern das richtige Maß finden werde.

Der Weinerlebnisweg

Der Weinerlebnisweg kann entweder ab Metzingen oder Neuhausen besichtigt werden. Beide Rundwege führen mit etwa 2,5 Kilometern Länge über den Metzinger Weinberg und den Hofbühl. In Metzingen beginnt der Weinerlebnisweg in der Neuffener Straße beim Grünen Häusle. Auf dem Weinerlebnisweg ab Neuhausen geht es von der Äußeren Kelter auf Erkundungstour. Insgesamt rund 50 Stelen informieren über den Weinbau, Geologie sowie Flora und Fauna in den Weinbergen. Vorbei an Tafeln, Weinbauhäusern oder Klanginstallationen laden Aussichtsterrassen, Liegebänke und Hängematten zum Entspannen ein.

Schon seit Ende des 11. Jahrhunderts werden in Metzingen Weinreben angebaut. Auf 35 Hektar werden jährlich rund 300 000 Liter Wein produziert.

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