Der Transporthelikopter des Typs NH-90 steht in Startposition. Die Rotoren beginnen sich zu drehen, die Startbeleuchtung blinkt. Langsam hebt die Maschine ab. Nur: Am Steuerknüppel sitzt kein Mensch, sondern eine Puppe. Wolfgang Simon aus Weilheim steht konzentriert am Boden und bewegt routiniert mit Zeigefinger und Daumen den Joystick der Fernbedienung. Der Hubschrauber in der Luft ist zwei Meter lang und hat einen Rotordurchmesser von 1,85 Meter. Er rattert wie ein Großer. Und stinkt auch so. Zwei Kilogramm Kerosin gehen in fünfzehn Minuten durch die Turbine, erzählt Simon, der mit einem Knopfdruck während des Fluges zwei Zusatztanks abwirft. Und er hat noch etwas ganz Besonderes auf Lager. Die HN-90 schwebt kurz über dem Boden und zieht eine Schnur mit drei Flaggen in die Höhe. Die Zuschauer klatschen begeistert.

Mehrere hundert Gäste beobachten den ganzen Sonntag über in ausreichendem Abstand diese und andere waghalsigen Flugmanöver. Am Samstag hatten die Besucher Pech. Wegen starken Windes gehen an diesem Tag nur zwei Maschinen in die Luft, bedauert Dietmar Huttenlocher, Chef der Hülbener Fliegergruppe. Um so mehr freut er sich über das tolle Flugwetter tags darauf, das die Zuschauerzahl in Rekordhöhe steigen lässt. Auch die Zahl der zwei-, drei- und vierrädrigen Oldtimer, die am Nachmittag über die Start- und Landebahn fahren, ist so hoch wie noch nie. 150 Vehikel von anno dazumal tuckern über die Graspiste. Die ältesten Fahrzeuge stammen aus den 1930er-Jahren.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter in der Luft. 20 Piloten aus ganz Süddeutschland lassen nach und nach insgesamt 35 Modelle aufsteigen. Nicht alltäglich ist die Flugshow des frischgebackenen deutschen Vizemeisters im Jetfliegen (Semi-Scale-Klasse), Christian Brunnlechner, der mit seiner Albatros L-39 am Start ist. Nicht alleine, sondern mit seinem Kumpel Peter Mack, der das gleiche einstrahlige Flugzeug sein Eigen nennt. Zusammen fliegen sie, zur monumentalen Musik bekannter Hollywood-Streifen, Formation. Ein Schauspiel in luftiger Höhe, das man auch nicht alle Tage sieht.

Die größte Maschine die an diesem Tag in Hülben abhebt, ist das zweistrahlige Mehrzweckkampfflugzeug Rafale der französischen Streitkräfte. Es hat eine Rumpflänge von sage und schreibe 4,30 Meter, die Spannweite beträgt 3,20 Meter. 52 Kilogramm schwer ist die maßstabsgetreue Nachbildung. Für dieses Monstrum benötigt man einen so genannten Steuerschein, der ab 25 Kilogramm Modellgewicht vorgeschrieben ist, erklärt Udo Peter aus Lahr, dem dieses Prachtstück gehört.

Mit von der Partie ist auch Walter Keller aus Oberkirchberg. Er ist mehrfacher Deutscher Meister und Europameister in den Disziplinen Motorsegler-Wettbewerb und Semiscale Motorsegler. Nach Hülben hat er seinen Motorsegler Fournier RF-4D im Maßstab 1:2 mitgebracht. Die Spannweite beträgt 5,63 Meter, die Rumpflänge 3,05 Meter, informiert Keller die Zuschauer. In der Luft sieht man keinen Unterschied. Dort ist das Modell vom Original nicht zu unterscheiden, urteilen die Besucher und schießen zahlreiche Fotos mit ihren Smartphones und Kameras.