Eines der größten Potenziale für die Förderung der Artenvielfalt liegt laut Fachleuten in den öffentlichen Grünanlagen. Eine Erkenntnis, die von den Aktiven der im Frühjahr 2017 im Rahmen der Aktion Gesunde Gemeinde gegründeten Gruppe „Farbe und Insekten in den Ort“ seither engagiert in die Tat umgesetzt wird. Auf die Sommer- und Winterbepflanzung in den Beeten vor dem Bürgerhaus folgte nun die Anlegung eines Staudenbeets an der Uracher Straße. Für Dieter Sigler ein Standort mit Signalwirkung, weil an der Einfahrt in die Ortsmitte gelegen: „Das ist die Visitenkarte der Gemeinde.“

Optische Aufwertung und lebenswertes Umfeld

Ziel sei laut Reiner Wahl einerseits, den Dettingern durch die optische Aufwertung von innerörtlichen Flächen ein lebenswertes Umfeld zu schaffen und das Interesse für ein wichtiges Thema zu wecken: „Wir wurden bei der Aktion oft angesprochen und gefragt, was wir tun.“ Eine der Antworten: Es wird Lebensraum für Insekten geschaffen. 700 speziell ausgewählte Gräser und Stauden wurden eingepflanzt: „Es handelt sich um eine Dauerbepflanzung in unterschiedlichen Höhen, es wird vom Frühjahr über den gesamten Sommer bis in den Herbst hinein immer etwas blühen“, erklärt Reiner Wahl, der erst vor Kurzem zur Gruppe dazu gestoßen ist. Darüber hinaus haben die Aktiven bei der Aktion 700 Blumenzwiebeln gesteckt: „Ganz verschiedene Sachen, wir lassen uns auch überraschen, was dabei rauskommt“, gibt Dieter Sigler zu.

Sechs Gruppen arbeiten autark

Sechs Gruppen sind unter dem Dach des Arbeitskreises Gesunde Gemeinde aktiv, sie beschäftigen sich unter anderem mit dem Backhaus oder den Spielplätzen. Die Gesamtorganisation läuft über die Gemeinde, Verwaltungsmitarbeiterin Regine Ries fungiert als Koordinatorin: Sie lädt zwei Mal im Jahr zu einer Sitzung ein, bei der jede Gruppe über ihre realisierten und geplanten Projekte spricht. „Ansonsten arbeiten die Gruppen autark“, erläutert sie das Prinzip, bei Problemen und Fragen stehe sie jederzeit zur Verfügung. Wie oft sich die Gruppen treffen, liegt in deren Ermessen, zwei Mal im Jahr sollte es mindestens sein und ein Protokoll sollten sie erstellen.

Der Titel Gesunde Gemeinde läuft 2020 aus

Die formalen Aspekte sind wichtig, denn Dettingen befindet sich bereits in der Verifizierungsphase zur Gesunden Gemeinde: Der Titel läuft im nächsten Jahr aus und eine Wiedervergabe ist laut Regine Ries nur möglich, wenn der Arbeitskreis mit seinen einzelnen Gruppen aktiv sei. Und da stellt sie den Gesunde Gemeinde-Aktiven ein positives Zeugnis aus: „Ihnen gehen die Ideen nicht aus.“ Wobei eines wichtig sei: „Keiner soll unter Zeitdruck kommen und es darf auf keinen Fall Stress entstehen.“ Wer sich in den Gruppen engagiere, solle mit Spaß dabei sein, jeder interessierte Dettinger könne sich nach seinen Fähigkeiten einbringen: „Unsere Gruppe ist für alle offen“, unterstreicht Ulrike Kohlmetz.

Eintönige Fläche wird im Frühjahr erblühen

 Gemeinsam mit Reiner Wahl und Dieter Sigler arbeitete sie am Freitagnachmittag ehrenamtlich an einer bislang eher eintönigen Fläche direkt an der Uracher Straße, auf der wird es ab nächsten Frühjahr grünen und blühen – gepflegt wird das Areal dann von der Gruppe. Die Finanzierung der Pflanzen übernimmt die Gemeinde, fürs Gießen wird der Bauhof verantwortlich sein – der spare sich künftig dort dafür das Mähen des Rasens: „Das wird eine Bereicherung für den Ort“, ist sich Regine Ries sicher.

Noch Geplant: ein Käutergarten

„Wenn alle etwas tun, dann haben wir auch kein Insektenproblem.“ Deshalb plant der Arbeitskreis auch eine Informationsveranstaltung, ein Informationsschild über Sinn und Zweck der Staudenpflanzen wird auf jeden Fall aufgestellt. Ein weiteres Projekt wurde auch schon ins Visier genommen: Auf einem Gartengrundstück direkt am Rathaus soll im Frühjahr ein begehbarer Kräutergarten entstehen, der vielfältig genutzt werden soll – vielleicht, so die Idee, auch als Ort für eine Kulturveranstaltung.

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Gruppen sind unter dem Dach des Arbeitskreises Gesunde Gemeinde aktiv, sie beschäftigen sich unter anderem mit dem Backhaus oder den Spielplätzen.