Das Schlimmste stand zu befürchten, aber gemessen an den vorherigen Prognosen, war das Wetter fast schon zahm. Trotz wolkenverhangenen Himmels und herbstlicher Frische war das Apfelfest in Bad Urach für viele Besucher Ziel des sonntäglichen Ausflugs. Der Marktplatz selbst und die Gassen drumherum jedenfalls waren um die Mittagszeit nicht nur trocken, sondern auch gut besucht und es gab auf dem Bauernmarkt zahlreiche Gelegenheiten, sich die Region auf der Zunge zergehen zu lassen.

Kulinarischer Start in den Herbst

Ob es in der Region erzeugte Brände waren, gebackene Apfelküchle oder Honig vom Imkerverein: Neben dem Apfel war der heimliche Star des Tages die heimische Streuobstwiese, die Region und alles was dort produziert wird. Knapp 30 Stände lockten mit Angeboten und Aktionen und läuteten nicht nur kulinarisch den Herbst ein. Mitorganisator Jörg Maier, der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins „Bad Urach aktiv“,  zeigte sich erstaunt über die große Zahl der Besucher, obschon die Begleitumstände eher nicht an einen goldenen Oktober erinnerten und die gestrige Festkonkurrenz groß war. Schon während des ökumenischen Erntedankgottesdienstes auf dem Marktplatz herrschte großer Andrang, wenngleich die Szenerie wegen des Sprühregens einem Meer aus Regenschirmen glich.

Wenig Regen, geringe Ernte

Regen, den sich so mancher Obstbauer auch während des vergangenen Sommers gewünscht hätte. Da er aber zumeist ausblieb und sich das Gesicht des Mais kühl und nass zeigte, fiel die Apfelernte nach dem Rekordjahr 2018 eher mau aus. Der Bad Uracher Obst- und Gartenbauverein (OGV) hatte kaum Früchte in den Körben und Roland Lieb vom Dettinger Verein, musste, verglichen mit einem Durchschnittsjahr, Ernteeinbußen von rund 50 Prozent hinnehmen. Die Früchte, die es geschafft haben, bot er auf dem Bad Uracher Marktplatz zum Kauf an. Er trägt es mit Fassung und verbindet mit dem eher knappen Angebot die Hoffnung, dass mit dem diesjährigen Obst-Mangel eine gestiegene Wertschätzung bei den Kunden einhergehe.

Wertschätzung der heimischen Kulturlandschaft

Wertschätzung gegenüber dem Apfel und damit verbunden gegenüber den heimischen Kulturlandschaften, die sich das Apfelfest unter der Regie der Stadt von „Bad Urach aktiv“ und des OGV nunmehr in der vierten Auflage auf die Fahnen geschrieben hatte. Neben lukullischen Genüssen bot es dabei auch musikalische. Die Musiker aus Bad Urachs ungarischer Partnerstadt Enying steuerten Platzkonzerte ebenso bei wie der Wittlinger Grundschulchor. Der Musikverein Harmonie Donnstetten musste aufgrund der regnerischen Witterung und mit Rücksicht auf die empfindlichen Instrumente kurzfristig absagen.

Sonntäglicher Einkaufsbummel

Gekommen hingegen waren die Römersteiner Freunde alter Technik. Sie hatten Traktoren, Landmaschinen und Mostmühlen im Schlepptau. Und als am Nachmittag dann doch noch der eine oder andere Tropfen vom Himmel fiel, hatten die Besucher genügend Ausweichmöglichkeiten. Parallel zum bunten Treiben auf dem Marktplatz öffneten viele Einzelhändler ihre Geschäfte und luden ein zum sonntäglichen Einkaufsbummel.

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Stände bevölkerten zum vierten Apfelfest in Bad Urach den Marktplatz und zeigten, welche Lebensmittel und sonstige Waren in der Region hergestellt werden. wag