Mordanklage Anklage wegen zweifachen Mordes erhoben

© Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / 01.02.2013
Der Brand im vergangenen Mai in der Ulmer Straße, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, wartet auf seine Aufarbeitung.

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat Anklage an die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Tübingen gegen einen 35-jährigen Mann aus Metzingen wegen Mordes in zwei Fällen in Tateinheit mit Brandstiftung mit Todesfolge und zugleich wegen gefährlicher Körperverletzung in sieben tateinheitlichen Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung, erhoben.

Dem Bewohner des Metzinger Mehrfamilienhauses wird vorgeworfen, am 14. Mai gegen 1.15 Uhr in der Tiefgarage des Anwesens in der Ulmer Straße lagernden Sperrmüll in Brand gesetzt zu haben. Der von dem alkoholisierten Angeschuldigten gelegte Brand weitete sich schnell auf das gesamte Gebäude aus. Auf Grund der starken Rauchgasentwicklung war es zahlreichen Hausbewohnern nicht mehr möglich, das Gebäude über die Treppenhäuser zu verlassen. Eine 80-jährige Frau und ein 55-jähriger Mann starben an den Folgen der eingeatmeten Rauchgase. Ein weiterer 39-jähriger Hausbewohner sprang aus seinem im zweiten Obergeschoss gelegenen Zimmerfenster und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Außerdem erlitt er ebenso wie sechs weitere Hausbewohner Rauchgasvergiftungen. Durch den Brand entstand an dem Gebäude ein Sachschaden in Höhe von etwa zwei Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeschuldigte die Tat aus Frust über seine persönliche Lebenssituation begangen hat. Ihn belasteten insbesondere die mit seiner wieder stärker werdenden Alkoholsucht einhergehenden Probleme. Außerdem ist aus früheren Strafverfahren bekannt, dass er dazu neigt, in alkoholisiertem Zustand unkontrollierte, frustgetriebene und teilweise auch gefährliche Straftaten zu begehen.

In rechtlicher Hinsicht wertet die Staatsanwaltschaft die Tat nicht nur als Totschlag, sondern als Mord. Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, die zwei Hausbewohner heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln getötet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft ist zudem der Auffassung, dass der Angeschuldigte bei der Brandlegung den Tod der Hausbewohner zumindest billigend in Kauf genommen hat. Er wusste, dass sich in dem Gebäude schlafende Menschen befanden, die nicht mit der Entstehung eines lebensgefährlichen Gebäudebrandes rechneten.

Der Angeschuldigte befindet sich seit Mitte August in Untersuchungshaft. Die Hauptverhandlung vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Tübingen wird voraussichtlich Anfang März beginnen.

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