Region ANGEDACHT: Beschenkt

Stefan Mergenthaler ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Bernloch, Meidel- stetten.
Stefan Mergenthaler ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Bernloch, Meidel- stetten. © Foto:  
SWP 05.12.2015
Weihnachten steht vor der Tür! Die Fußgängerzonen sind an den Adventswochenenden noch voller als sonst und auch auf den Weihnachtsmärkten sind die Menschen auf der Jagd nach einfallsreichen Geschenken.

Weihnachten steht vor der Tür! Die Fußgängerzonen sind an den Adventswochenenden noch voller als sonst und auch auf den Weihnachtsmärkten sind die Menschen auf der Jagd nach einfallsreichen Geschenken. Rund 17 Milliarden Euro werden wir Deutschen wohl dieses Jahr für die Weihnachtstage inklusive Geschenken ausgeben. Wow!

Haben sie schon ihre Geschenke? Es ist eine schwierige Aufgabe, für jeden etwas Passendes zu finden. Da ist Kreativität gefragt und Einfühlungsvermögen, denn man möchte ja vor allem, dass der oder die Beschenkte sich darüber freut. Aber mal persönlich gefragt: Erinnern Sie sich spontan noch an die Weihnachtsgeschenke, die sie letztes Jahr geschenkt bekommen haben? Ich muss schon sehr genau nachdenken, und auch dann bekomme ich sicherlich die Geschenke nicht mehr zusammen. Und die meisten derer, denen ich Geschenke eingepackt habe, erinnern sich bestimmt auch nicht. So viel Energie und Aufwand, Geld und Zeit gehen in die Geschenke und was davon übrig bleibt, ist so gering. Meist nicht mehr als eine kurze Freude.

Wir meinen oft, das richtige Geschenk ist so wichtig. Aber an uns selbst merken wir schnell: Gut, das war jetzt schön. . . Was kommt als nächstes? Materielle Dinge haben es an sich, dass sie uns nicht dauerhaft glücklich und zufrieden machen können. Trotzdem hängen wir unsere Suche nach Glück und Zufriedenheit immer wieder an solche Dinge. Wir denken "Wenn ich das habe, dann werde ich endlich glücklich sein". So sehr, dass wir denken, mit dem perfekten Geschenk könnten wir anderen das Glück garantieren. Doch mit Dingen geht das nicht. Und da braucht man kein reicher Manager oder Popstar zu sein. Auch wir besitzen ja viel und sind doch nicht rundum glücklich, haben keinen inneren Frieden.

Hier kommt nun Weihnachten ins Spiel: Innerer Frieden, Glück und Erfüllung im Leben liegen nicht in Dingen wie Geld, Geschenken, Erfolg, Anerkennung oder was wir uns sonst noch wünschen, sondern wahrer Friede und wahres Leben liegt in der Krippe dort im Stall von Bethlehem. In einer Beziehung zu Jesus Christus finden wir all das, was wir als Menschen suchen und brauchen. Jesus hat einige Jahre nach seiner Geburt einmal gesagt (in Johannes 10, 10 steht das): "Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken." Wieder Wow! Das ist eine gewaltige Aussage! Wenn das stimmt, dann finden wir in ihm das Geschenk, das wirklich möglich macht, was wir von unseren Geschenken oft insgeheim erhoffen. Gott, der das Leben ausgedacht und geschaffen hat, der schenkt uns in Jesus die ganze Fülle. Mehr als alles Geld der Welt.

Verlieren wir uns doch deshalb nicht in der Suche nach dem perfekten Geschenk, sondern lassen wir uns beschenken mit dem perfekten Geschenk! An Weihnachten feiern wir, dass Gott Mensch wurde. Dass er sich uns schenkt. Dass wir ihm begegnen können. Das macht den christlichen Glauben aus. Das Christentum ist nicht dazu da, dass Menschen einen Maßstab für ihr Handeln haben und dass das Miteinander in der Welt in Nächstenliebe und damit auch in Ruhe nebeneinander her funktioniert. Das alles ist die Folge von dem, womit wir zunächst beschenkt wurden.

Vielleicht können wir das ja an diesem Weihnachtsfest neu in den Blick nehmen, dass Glück und Erfüllung eben nicht in materiellen Dingen oder Umständen zu finden sind, sondern in der Beziehung mit Jesus Christus, der uns volles Leben schenkt. Die ganze Fülle!

Vielleicht lesen wir zwischen den Weihnachtsmarktbesuchen ganz bewusst mal wieder ein christliches Buch in der Adventszeit. Wir könnten uns beispielsweise ein Evangelium für diese Zeit vornehmen. Nur eins, aber das lesen wir sorgfältig durch. In der Begegnung mit Jesus werden Sie nachhaltig beschenkt werden. Vielleicht besuchen wir einfach die Advents- und Weihnachtsgottesdienste und nehmen uns bewusst Zeit, um mit Gott im Gebet über unsere Sorgen und Ängste, Wünsche und Hoffnungen zu reden. Das wäre Beziehungspflege mit Jesus und genau darin finden wir das erfüllte Leben, das nur Jesus uns geben kann.

Gott hat sich Gedanken gemacht, war kreativ und einfühlsam, um uns das Geschenk zu geben, das uns Erfüllung bringt . . . und dann hat er Jesus in die Welt geschickt . . . zu uns . . . für uns. In diesem Sinne: Lassen Sie sich beschenken und haben Sie eine erfüllte Weihnachtszeit!