Zu Beginn eines jeden Wanderjahres lädt die Ortsgruppe Metzingen des Schwäbischen Albvereins zu einem Museumsbesuch mit anschließender Wanderung ein. In diesem Jahr war das Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch das Ziel. Die Außenstelle des Landesmuseums Württemberg ist 2010 bis 2016 grundlegend neu geordnet worden und gilt heute als eines der bedeutendsten Volkskundemuseen im deutschsprachigen Raum.

Die vielfältige Sammlung von Gegenständen der Alltagskultur aus dem 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart fand während der Führung und beim individuellen Rundgang großes Interesse der Teilnehmer. Es war eine Wiederbegegnung mit altbekannten Gegenständen, Produktmarken und Haushaltstechniken, die zum Vergleich mit den modernen und leichteren Bedingungen anregte.

Der kurze Weg vom Busparkplatz zum Museum hatte zuvor Gelegenheit geboten, einen Eindruck vom Altstadtzentrum der freundlichen Schönbuch-Stadt Waldenbuch mit Markt, Stadtkirche und Schloss zu gewinnen. Besonders sehenswert sind hier das Alte Rathaus (erbaut 1575 als Gasthof, ab 1781 Rathaus), das Stammhaus Wider (erbaut 1750) und das Alte Pfarrhaus (heute Musikschule). Die Stadtkirche St. Veit (Vorgängerbau 1360 erwähnt) erhielt ab 1605 an der Ostseite des alten Turms ein neues Schiff im Stil der Renaissance. Der Bau des Jagdschlosses begann im Bereich der alten (staufischen) Burg 1558 unter Herzog Christoph und wurde 1719 vollendet. Stadt und Burg Waldenbuch sind Mitte des 14. Jahrhunderts durch Kauf württembergisch geworden; 1534 bis 1807 war Waldenbuch Sitz der Waldvogtei für den gesamten Schönbuch.

Die sich an die Mittagsrast anschließende Wanderung führte vom Museum Ritter aus auf den Anfangsabschnitt des 2014 geschaffenen Sculptura-Weges „Kunst in der Natur“, dessen Hauptroute nach 40 Kilometern bei Weil der Stadt endet. Am Weg reihen sich Skulpturen aus Holz, Metall oder Stein auf Bäumen, an Wiesenstücken, vor Gehölzgruppen oder an Wasserstellen.

Auf dem weiterführenden Rundweg um das Naturschutzgebiet „Neuweiler Viehweide“ gelangten die Wanderer zum Waldkulturerbe gleichen Namens. Ab 2009 wurde ein Teilbereich des Naturschutzgebiet von sechs Hektar zu einem Waldstück umgewandelt, das das historische Bild des Schönbuchs im Mittelalter bis zum Verbot der Waldweide Ende des 18. Jahrhunderts vermittelt: Weideflächen, Eichen mit ausladenden Kronen und niedergehaltener Jungwuchs.

40


Kilometer ist der Sculptura-Weg „Kunst in der Natur“ lang, auf dem der Albverein unterwegs war. Seine Hauptroute endet nach 40 Kilometern bei Weil der Stadt.